Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 26. April 2019

Ausgabe vom 29. September 1998

Die Gebäudewirtschaft wird neu geordnet

SPD

Unter dem Stichwort "Verwaltungsstrukturreform" werden die Arbeitsabläufe und der Aufbau der Stadtverwaltung neu geordnet. Vor diesem Hintergrund stellte sich auch die Frage, ob die derzeitige Form der Gebäudebewirtschaftung noch zeitgemäß ist.

Zur Gebäudebewirtschaftung zählen unter anderem Baumaßnahmen, Raumplanung, Reinigung, Telefondienste, Hausmeisterleistungen, Gebäudeversicherungen, Energiebewirtschaftung und allgemeine Bewirtschaftung.

Bislang gibt es einen Mix von zentraler und dezentraler Aufgabenwahrnehmung durch verschiedene städtische Dienststellen.

Die Folge sind oftmals Doppelarbeit und Koordinationsprobleme. Daher wurde eine Projektgruppe beauftragt, eine bessere Form der Aufgabenwahrnehmung zu entwickeln.

Die Ergebnisse der Projektgruppe wurden in der letzten Bürgerschaftssitzung einmütig beschlossen.

Damit vollzieht die Hansestadt Lübeck das nach, was in anderen Städten bereits gang und gäbe ist: die Einrichtung einer zentralen Stelle, des "Stadtbetriebs Gebäudebewirtschaftung".

Nun gab es am Rande der Bürgerschaftssitzung Proteste von Raumpflegerinnen und Hausmeistern sowie des Personalrates der Allgemeinen Verwaltung der Hansestadt
Lübeck gegen die Neuorganisation. Es besteht bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Unsicherheit über die soziale Absicherung ihrer Arbeitsplätze.

In der Bürgerschaftsdebatte wurde jedoch zugesichert: An den Arbeitsbedingungen ändert sich nichts.

Der Protest des Personalrats der Allgemeinen Verwaltung scheint in erster Linie darin begründet, daß die Zuständigkeit der Personalräte wechseln wird. Das kann jedoch kein Kriterium bei der Organisation einer besseren Aufgabenwahrnehmung sein.

Für zusätzliche Verwirrung sorgte ein Angebot der Firma Bockholdt an die Hansestadt Lübeck zur Einrichtung einer gemeinsamen Gesellschaft zur Reinigung der städtischen Gebäude.

Doch ging es am Bürgerschaftsabend gar nicht um dieses Papier und schon gar nicht um die Frage einer Privatisierung.

Die Verwaltungsstrukturreform macht es erforderlich, die "alten Zöpfe" der Stadtverwaltung abzuschneiden. Die Gründung des Stadtbetriebes Gebäudebewirtschaftung war hierbei ein wichtiger Schritt.

Es ist jedoch bei der Diskussion deutlich geworden, daß die Beschäftigten mehr einbezogen und besser informiert werden müssen. Denn ohne motivierte Mitarbeiter nützt die beste Reform nichts.

V.i.S.d.P.: Dietrich Szameit

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