Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 20. August 2019

Ausgabe vom 06. Oktober 1998

Beratung über Volkszählung

"Statistische Woche" in der MuK - Über 400 internationale Teilnehmer

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Alle Hände voll zu tun: Am Empfangscounter in der MuK versorgen die Mitarbeiterinnen rund 450 Kongreßteilnehmer und -teilnehmerinnen; Foto:M. Erz

Die jährlich stattfindende Tagung "Statistische Woche" findet zum ersten Mal in der Hansestadt Lübeck statt. Noch bis Freitag, 9. Oktober, diskutieren mehr als 450 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland und dem angrenzenden europäischen Ausland in der Musik- und Kongreßhalle über die unterschiedlichen Möglichkeiten der Datenerfassung und deren Auswertung. Die Veranstaltung hat am Montag begonnen.

Senatorin Dagmar Pohl-Laukamp, Vorsitzende des Statistischen Ausschusses des Deutschen Städtetages, ist es gelungen, die diesjährige Jahrestagung des Verbandes Deutscher Städtestatistiker (VDSt) und der Deutschen Statistischen Gesellschaft (DStG) an die Trave zu holen.

Die internationalen Statistikerinnen und Statistiker beraten unter anderem über das Erfassen und Auswerten von gleichen Daten nach gleichen Methoden, um dadurch auch internationale Vergleiche zu ermöglichen.

Zentrale Datenvermarktung

Daten zur Bevölkerungs- und Wirtschaftsstruktur werden beispielsweise benötigt, um ein Unternehmen über die Möglichkeiten einer Ansiedlung in einer bestimmten Region informieren zu können. Erörtert wird daher auf der Tagung auch die Frage, ob zukünftig eine Vermarktung dieser Daten über eine zentrale Auskunftsstelle möglich ist, etwa über das Statistische Bundesamt in Wiesbaden.

Ein weiterer Schwerpunkt der diesjährigen Tagung ist die für das Jahr 2001 geplante Volkszählung. Alle zehn Jahre soll sie eigentlich durchgeführt werden, Jedoch war die für 1981 geplante Zählung zunächst auf 1983 und dann erneut auf 1987 verschoben worden. Der Grund: Die Bevölkerung war gegen diese Datenerfassung, fühlte sich als "gläserner Bürger".

Für die Statistiker allerdings bedeutete die mehrmalige Verschiebung ein echtes Problem: "Anhand der Volkszählungsdaten können wir unsere Fortschreibungsdaten korrigieren", erläutert Gerhard Bender vom Bereich Statistik und Wahlen die Notwendigkeit der Datenerhebung.

Computerprogramme sollen helfen

Vorgestellt werden auf der Tagung in Lübeck jetzt unterschiedliche Modelle, wie eine Volkszählung durchgeführt werden könnte.

Traditionell gehen sogenannte Zählerinnen und Zähler von Haus zu Haus und erfragen die Daten. Aus Kostengründen wollen die Statistiker darauf verzichten. Deshalb versuchen sie jetzt mit speziell entwickelten Computerprogrammen die Daten zum Familienstand, zum Alter oder zur Nationalität dem Melderegister der jeweiligen Städte und Gemeinden zu entnehmen.

Gleichzeitig wird diskutiert, woher das weitere Zahlenmaterial zu den Themen Beruf, Arbeitsstätten, wirtschaftliche Situation und Wohnungen zu erhalten sind.

Einig sind sich jedoch jetzt schon alle Statistikerinnen und Statistiker: Die nächste Volkszählung wird nur eine reduzierte im Vergleich zu 1987.

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