Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 23. August 2019

Ausgabe vom 13. Oktober 1998

Drei unsymmetrische Schiffe

Siegerentwurf besticht als unprätentiöser hochfunktionaler Bau

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St. Annen Erweiterung: Der Grundriß; Entwurf: I. Siegmund

Die Arbeit des Architekten Ingo Siegmund überzeugte durch den unprätentiösen Entwurf einer hochfunktionalen Kunsthalle und seiner städtebaulichen Haltung: Der Kunsthallenbau ordnet sich stufenweise zwischen der des Museumsgebäudes und der benachbarten Synagoge ein.

Der Baukörper gliedert sich wie sein Vorgänger in drei symmetrisch angeordneten unterschiedlich hohen "Schiffen" ein. Das Mittelschiff wird wie das historische in Längsrichtung mehrfach unterteilt: Die ersten beiden Jochen der Vorkirche werden nicht überbaut, das dritte nur in Höhe der Seitenschiffe, erst jenseits des historischen Lettners beginnt die eigentliche Baumasse. Sie folgt den alten Außenmauern und nimmt die Höhe des alten Mittelschiffes und Chores annähernd wieder auf.

Das Hauptportal (und Eingang) wird verglast und gewährt Eintritt zum Café und Sommerfoyer, das ein Baum bekrönt; dahinter Kaffeehaustische, Skulpturen, die Pfeilerstümpfe der Kirche und das Hauptfoyer.

Dort befinden sich die Kasse und, im südlichen Seitenschiff, andere Funktionszonen. In dem ungeteilten, nur durch die Kirchenwände, die Säulen und Scheidbögen aufgeteilten Raum wird der ursprüngliche Eindruck des Kirchenschiffes vorstellbar. Hier sollen die Wechselausstellungen stattfinden, und von hier aus ist auch das alte Museum erreichbar. Über eine Treppe gelangt man in den zwei oberen Geschossen zum Bereich der ständigen Ausstellung. Dort ist ein weiterer Zugang zum alten Museum.

Die Belichtung erfolgt im Erdgeschoß über Lichtdecken; das Zwischengeschoß wird künstlich belichtet und das obere erhält über Shed-Dächer natürliche Belichtung.

Das Material für die Erweiterungen ist Ziegelsichtmauerwerk.

Alle Entwürfe sind in einer Ausstellung im Erdgeschoß des Possehl-Hauses in der Beckergrube 38 bis 52 noch bis zum 23. Oktober, montags bis freitags, in der Zeit von 9 bis 19 Uhr zu besichtigen.

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