Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 26. Juni 2019

Ausgabe vom 13. Oktober 1998

Wichtige kulturelle Einrichtung

Kommunales Kino weist Kritik des Bundes der Steuerzahler zurück

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Effektiv und wichtig: Das Kommunale Kino (KoKi); Foto: Kommunales Kino

Die Hansestadt Lübeck müsse sich vom Kommunalen Kino (KoKi) verabschieden, weil es nicht zum Pflichtprogramm einer Verwaltung gehöre, forderte vergangene Woche der Bund der Steuerzahler Schleswig-Holstein in einer Einschätzung der Lübecker Haushalts- und Finanzpolitik. Das Kommunale Kino ist jedoch ein wesentlicher Bestandteil der Kulturförderung der Hansestadt, deren Notwendigkeit vom Bund der Steuerzahler erfreulicherweise nicht bestritten wird - ebensowenig wie die Daseinsberechigung von Theater, Museen, Bibliotheken, Bildungs- und Jugendhilfeeinrichtungen.

Es mutet sonderbar an, daß der Bund der Steuerzahler aus dem gesamten Produkt Kulturförderung ausgerechnet das Kommunale Kino herausfiltert und sich dabei auf die rein zahlenmäßige Zielvereinbarung (Präsentation von 170 Filmen in 270 Vorstellungen mit 8500 Besuchern) für das Jahr 1998 bezieht, ohne Auftragsgrundlage, Zielgruppe und Leistungsumfang zur Erfüllung des Auftrags überhaupt nur zu erwähnen. Dabei ließe sich schnell erkennen, daß ein nach rein kulturellen Gesichtspunkten gestaltetes Kinoprogramm von einem Wirtschaftsbetrieb, wie es nun einmal jedes private Kino ist, nicht geleistet werden kann.

Kommunales Kino ergänzt Angebot

In anderen Kultursparten käme niemand auf die Idee, mit Hinweis auf einige wenige kostendeckend arbeitende Galerien, Privattheater und Musicalhäuser die Abschaffung von Museen, Stadttheatern und Konzerthallen zu betreiben.

Die Kinowirtschaft hat längst erkannt, daß Kommunale Kinos eine Ergänzung zu ihrem Angebot darstellen. In Lübeck ist das Verhältnis zum kommerziellen Kinoanbieter ausgezeichnet. Es gibt regelmäßige Programmabsprachen und gelegentliche Kooperationen.

Im Kulturbereich der Stadt ist das Kommunale Kino eine der kleinsten und effektivsten Einrichtungen. Es unterscheidet sich von den anderen Lübecker Kinos aber nicht vorrangig in der Anzahl der präsentierten Filme und Vorstellungen, sondern durch die angebotenen Filme und der Art ihrer Vermittlung ans Publikum. Aufgabe eines Kommunalen Kinos ist die Entwicklung und Präsentation eines regelmäßigen, vielfältigen Kulturprogramms für Bürger und Gäste der Stadt.

Es wendet sich aber auch vor allem an junge Menschen, die im Rahmen kultureller Bildung an kreative Werke herangeführt werden und sie als sinnvollen Beitrag zur Freizeitgestaltung kennenlernen sollen. Besonders wichtig sind hier das Kinderkinoprogramm und die Reihe "Young (e)Motion", die ein junges Publikum zu Taschengeldpreisen an Qualitätsfilme heranführen und das Gemeinschaftserlebnis "Kino" vermitteln soll.

Das Kino wendet sich ferner ganz bewußt an kulturelle Minderheiten und an junge Menschen, die im Rahmen kultureller Bildung an kreative Werke herangeführt werden und sie als sinnvollen Beitrag zur Freizeitgestaltung kennenlernen sollen. Dabei legt das Kino Wert auf die Zusammenarbeit mit anderen Bildungs- und Kulturträgern der Stadt sowie Verbänden und Initiativen, die im kulturellen, politischen oder sozialen Bereich tätig sind. Mit ihnen werden regelmäßige Filmveranstaltungen oder spezielle Filmwochen angeboten, die das kulturelle Leben bereichern und dazu beitragen, Verständnis für andere Kulturen zu fördern und Vorurteile abzubauen.

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