Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 25. April 2019

Ausgabe vom 13. Oktober 1998

Aktive Zusammenarbeit auf internationaler Ebene

Lübecks Partnerstädte - Eine Serie in lockerer Folge - Letzter Teil dieser Reihe: Die Hansestadt Wismar

0460802.gif
Die mittelalterliche Backsteinkathedrale St.-Nikolai ; Foto: Pressestelle Wismar

Ende 1987 schloß die Hansestadt Lübeck mit der Stadt Wismar einen Vertrag über eine deutsch-deutsche Städtepartnerschaft. Vereinbart wurden ein Meinungs- und Erfahrungsaustausch.

Wismar, ehemaliges Mitglied des Hansebundes, und Lübeck liegen nur etwa 60 Kilometer voneinander entfernt an der Ostsee - und weisen aufgrund ihrer geschichtlichen Entwicklung auch im Stadtbild zahlreiche Gemeinsamkeiten auf. In den letzten Jahren hat sich in Wismar vieles verändert: Die Grundlage für die Erhaltung und Sanierung der Altstadt, die zu den best-erhaltenen mittelalterlichen Stadtkernen in den neuen Bundesländern zählt, wurde 1991 mit der Aufnahme Wismars in das Städteförderungsprogramm und das Programm baulicher Denkmalschutz geschaffen. Seitdem tragen zahlreiche sanierte Gebäude und Plätze zur Verschönerung des Stadtbildes bei. Dominiert wird die Stadtsilhouette von drei gewaltigen mittelalterlichen Backsteinkathedralen: St. Nikolai mit Deutschlands vierthöchstem Kirchenschiff (37 Meter), St. Marien und St. Georgien.

Wismar gehörte neben den Städten Rostock, Greifswald und Stralsund in Mecklenburg-Vorpommern seit 1283 der Hanse an. Sie war die zweitmächtigste Stadt im Hansebund. Von hier aus wurden Handelsartikel wie Wolltuche, agrarische Produkte, Salz und Fisch exportiert. Von außerordentlicher Bedeutung war für Wismar der Bierexport: Der Gerstensaft gehörte im Mittelalter zur täglichen Ernährung und wurde in Wismar von Anfang an gebraut. Mitte des 15. Jahrhundert gab es knapp 200 Braustellen. Das Bier hatte einen sehr guten Ruf wurde im gesamten hanseatischen Wirtschaftsraum bis nach Flandern und Nowgorod vertrieben. Wismars letzte Brauerei schloß in den zwanziger Jahren unseres Jahrhunderts. Heute hat Wismar eine Erlebnisbrauerei.

Zwölf Luftangriffe

Die Erweiterungen des Hafens 1875 und nach 1893 sowie das Entstehen mehrerer Fabriken am Ende des 19. Jahrhunderts führten wieder zu wirtschaftlichem Aufschwung. Die Stadt wuchs über ihre mittelalterlichen Grenzen hinaus.

Diese positive Entwicklung fand im Zweiten Weltkrieg ein jähes Ende. Wismar blieb zwar von einem Flächenbombardement verschont, wurde aber dennoch Opfer von zwölf Luftangriffen. Das Rathaus, die Marienkirche und St. Georgien wurden stark beschädigt. Schulen und viele Baudenkmale lagen in Trümmern.

Nach der Wende hat Wismar viel Hilfe aus Lübeck beim Aufbau der Verwaltung bekommen. Besonders Senator a. D. Egon Hilpert hat sich als Berater der Bürgermeisterin und des Senats verdient gemacht. Persönliche Beziehungen zwischen Vereinen und Verbänden haben sich entwickelt.

Wismar und Lübeck verbindet heute vor allem die aktive Zusammenarbeit in regionalen und internationalen Arbeitsgemeinschaften und Interessenverbänden. Auf Initiative der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ist jetzt ein gemeinsames Tourismusprojekt geplant: Unter dem Titel "Straße der gotischen Backsteinkathedralen an der Ostsee" wollen die Hansestädte Lübeck, Wismar und Stralsund eine Kombinationsreise für Gruppen und Einzelpersonen organisieren. Den Schwerpunkt dieser Reise bilden die drei Kirchen St. Marien Lübeck, St. Nikolai Wismar und St. Marien Stralsund.

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de