Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 17. November 2018

Ausgabe vom 17. November 1998

Theaterporträts

Eigene Dynamik

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Rainer Luxem; Foto: TL

Der Schauspieler Rainer Luxem

In dieser Rubrik stellen wir jede Woche ein Mitglied des Ensembles am Theater Lübeck vor. Heute: Der Schauspieler Rainer Luxem

Er hat eine eigene Dynamik und seine Ausstrahlung ist so frisch, daß weder er noch das Publikum die 57 Jährchen auf dem keineswegs gekrümmten Buckel fühlen. Rainer Luxem gestaltet jeden Part mit Nachdruck: "Ich ackere alle Rollen aus meinen Tiefen heraus" - allerdings nur dann richtig, wenn ein Regisseur ihn geistig fordert und nicht lapidar meint:Luxem , mach mal. So spürt der Schauspieler auch nicht die nunmehr 27 Lübecker Jahre, als ob er sich auf eingefahrenen Geleisen bewege. Denn seine Neugier hält ihn wach.

Bald vier Jahrzehnte sind es her, seit der 21jährige in Frankfurt/Main sein erstes festes Engagement antrat. Inzwischen lebt er in Lübeck länger als je zuvor an einem Ort - und selbst in seiner Geburtsstadt Dortmund. "Der Norden ist meine Heimat geworden - die Menschen, die Landschaft, das Theater hier." Nicht nur die Bühne fordert ihn geistig, sondern sein ganzes Leben:Seit 15 Jahren die Musikhochschule, wo er dramatischen Unterricht gibt, den jungen Menschen etwas mitgeben kann. Wach halten ihn auch die Mitarbeit im St.Petri-Kuratorium und die Verpflichtungen in Funk und Fernsehen, die Lesungen und die Sommer in Jagsthausen. Bei diesen Freilichtspielen, wo er den Götz, Milchmann Tevje und den Mann von La Mancha spielte, "ist vor 1100 Menschen Power gefragt - auch für die leisen Töne".

Power und eine gewisse Besessenheit kennzeichnen Rainer Luxem. Er hat in Lübeck noch Gesangsunterricht genommen, um in Musicals zu brillieren, etwa in "Applaus" mit Nadja Tiller oder als Professor Higgins. Er ist gereift vom jugendlichen Liebhaber zum Charakterdarsteller, der den weisen Nathan als "eine meiner schönsten Arbeiten" bezeichnet, gern auf die jüngsten Rollen in "Antigone" und "Der Tod des Handlungsreisenden" zurückblickt und sich auf die neuen Aufgaben in Horvaths "Glaube, Liebe, Hoffnung" und den Tevje in "Anatevka" freut. Güz

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