Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 17. Juni 2019

Ausgabe vom 01. Dezember 1998

Nicht alles erreicht

Berichte über Frauen in der Verwaltung

Über die Auswirkungen der Verwaltungsstrukturreform auf Frauen und Frauenarbeitsplätze sowie über den Sachstand der Umsetzung des Frauenförderplanes legte die Verwaltung entsprechende Berichte in der Bürgerschaftssitzung vergangene Woche vor.

Gisela Heinrich vom Frauenbüro berichtete über die Auswirkungen der Verwaltungsstrukturreform auf Frauen. Nach ihrer Erfahrung sei die Reform "an sich weder frauenfreundlich noch frauenfeindlich". Dennoch würde bei Verzicht auf die Verknüpfung mit dem Gleichstellungsauftrag die Gefahr bestehen, "daß die neu eingeführten Steuerungsinstrumente die Geschlechterhierarchie belassen" oder aufgrund von Einsparungen sogar noch verstärken.

Deshalb, so Heinrichs Fazit, stelle die Gleichstellung "ein zentrales Ziel der Verwaltungsreform" dar.

Nach dem Gleichstellungsgesetz vom 13. Dezember 1994 muß jede Dienststelle alle vier Jahre einen Frauenförderplan aufstellen. Außerdem soll der Bürgerschaft alle zwei Jahre über die Umsetzung des Förderplans berichtet werden. In dem jetzt vorgelegten Bericht lautet das Fazit: Die Hansestadt Lübeck steht in puncto Frauenförderung gut da. Erfolge seien vor allem im gehobenen und höheren Dienst erzielt worden und vor allem auch in Leitungspositionen des Angestelltenbereichs.

Gleichzeitig würden der Frauenförderung Einflußgrenzen gesetzt in Form gesetzlicher Bestimmungen sowie durch den Plan selbst.

Festgestellt wird allerdings auch, daß nicht alle Zielvorgaben erreicht wurden, zum Beispiel bei der paritätischen Besetzung von Gremien.

Nach kurzer Aussprache beschlossen die Bürgerschaftsmitglieder drei weiterführende Anträge. Der Antrag der SPD etwa beauftragt die Verwaltung, Konzepte zu erarbeiten, die helfen sollen, Frauen einen leichteren (Wieder-) Einstieg ins Berufsleben zu ermöglichen. Die CDU konnte ihren Vorschlag durchbringen, daß zu prüfen ist, in welchen Bereichen der Hansestadt "home tele-working" (Bildschirmarbeit zuHause) angeboten werden könne.

Der Antrag von BÜNDNIS 90/DIEGRÜNEN, der mit einer geringen (sprachlichen) Veränderung angenommen wurde, schreibt vor, daß der Frauenförderplan konsequent umgesetzt werden muß, ebenso bei Bewerbungen wie bei der Feuerwehr.

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