Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 23. August 2019

Ausgabe vom 15. Dezember 1998

Theaterporträts

Ein Spätberufener

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Anton Kuhn; Foto: TL

Der Tenor Anton Kuhn

In dieser Rubrik stellen wir jede Woche ein Mitglied des Ensembles am Theater Lübeck vor. Heute: Der Tenor Anton Kuhn

Anton Kuhn hatte schon viele Arbeitsjahre als Techniker hinter sich, bevor er sein "zweites Ich" zum eigentlichen Beruf machte. Denn der Tenor aus Zürich hatte sich in seiner Heimat schon in zahlreichen Arien-Konzerten, Oratorien und Operetten auf Laienbühnen einen hervorragenden Ruf erworben, ehe er den Rat befolgte, doch richtig ans Theater zu gehen. So geschah es nun, daß Kuhn die Schweiz verließ und nach Gastspielen in Mitteldeutschland - vor allem mit der Partie des Herzogs in "Rigoletto" - vor wenigen Monaten in Lübeck sein erstes festes Engagement antrat. Das heißt natürlich auch "Verzicht auf vieles, vor allem auf die Familie". Denn Frau und große Tochter sieht er nun nur noch in größeren Abständen.

Aber Anton Kuhn wagte den Absprung, und in Lübeck haben ihn "die unglaublich schönen Partien gereizt". Da war er nicht eben glücklich, wegen eines Bänderisses beim Erfolgs-Auftakt "Die Liebe zu den drei Orangen" fehlen zu müssen - inzwischen hat er jedoch die Prinzen-Partie übernommen. Jetzt singt er die schöne Partie des Nadir in der konzertanten Aufführung von Bizets "Die Perlenfischer" und den Dr. Falke in der "Fledermaus", bereitet den Edgardo in Donizettis "Lucia di Lammermoor" vor und freut sich auf den Belmonte in Mozarts "Die Entführung aus dem Serail" und den Fenton in Verdis "Falstaff".

Talente hat Anton Kuhn gleich mehrere. Zum Singen und Spielen kommt auch, zur Entspannung, die Leidenschaft fürs Kochen. Und wie ein Schweizer mehrsprachig aufwächst, so hat sich der Tenor bereits mit mehreren nationalen Küchen vertraut gemacht. Auch hier kommt die Kunst bekanntlich von Können.Güz

Mit dieser Folge beschließen wir die Theaterporträt-Reihe, die große Aufmerksamkeit gefunden hat. Im neuen Jahr werden Sie an dieser Stelle alle zwei Wochen ein "Kulturporträt" finden, in dem die SZ Menschen vorstellt, die im städtischen Kulturleben ihren Mann und ihre Frau stehen.

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