Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 26. Juni 2019

Ausgabe vom 15. Dezember 1998

Stichwort

Inhalte und Organisation

Welche Inhalte ein frauenpolitischer Beirat in Lübeck verfolgen und welche Schwerpunkte er setzen würde, das müßten seine Mitglieder selbst bestimmen, stellen Gisela Heinrich und Elke Sasse klar. Das Frauenbüro könnte lediglich Vorschläge aus seiner Arbeit unterbreiten. So zeige sich zum Beispiel immer wieder, daß die Wirtschafts- und Strukturpolitik bislang vollkommen ohne Bezug zur Gleichstellung der Geschlechter behandelt werde. So sehe die Wirtschaftsförderung keine Frauenförderung zum Beispiel in Form von Programmen für Existenzgründerinnen vor.

Zum Beispiel könnte der frauenpolitische Beirat an der Leitbildentwicklung der Stadt mitwirken und sich zum Ziel setzen, Stadt der berufstätigen Frauen zu werden. Oder er könnte sich dafür einsetzen, daß für Männer und Frauen attraktive, teilzeitverträgliche Führungsjobs geschaffen werden. Er könnte sich am Prozeß der lokalen Agenda 21 beteiligen sowie Einfluß auf die Verkehrspolitik nehmen, schlagen die beiden Frauenbeauftragten vor. Wichtig sei dabei vor allem, "daß die Ideen ins Rathaus fließen und nicht irgendwo im Netzwerk der zahlreichen Frauengruppen steckenbleiben."

Nach der Vorstellung der beiden Frauenbeauftragten Elke Sasse und Gisela Heinrich sollte der Frauenbeirat aus elf bis 15 Politikerinnen und Vertreterinnen gesellschaftlicher Gruppen mit frauenpolitischem Schwerpunkt bestehen.

Das Frauenbüro will vom Beirat inhaltlich und organisatorisch unabhängig sein und lediglich eine beratende Funktion erfüllen. "Sicherlich müßten die Frauenbeiratsmitglieder Sitzungsgelder erhalten wie alle anderen Beiratsmitglieder auch", so Gisela Heinrich. Ob der Frauenbeirat, ebenso wie der Seniorenbeirat, einen festen Etat und eine halbe Geschäftsstelle bekommt, hänge davon ab, für welches Modell sich die Bürgerschaft entscheide.

Um am Ball der politischen Ereignisse bleiben zu können, sollten die Beiratsmitglieder mindestens sechs mal im Jahr tagen. "Aber das und andere Details kann nur der Beirat selbst in seiner Geschäftsordnung festlegen", betont Elke Sasse.

Wie andere frauenpolitische Beiräte arbeiten, organisiert sind und welche Ziele sie haben, erfuhren die Besucherinnen einer Informationsveranstaltung, bei der der Geesthachter und der Ostholsteiner Beirat ihre Konzepte vorstellten.

Diese Beiräte verstehen sich als Kooperationspartner der Gleichstellungsbeauftragten. Unter anderem sollen durch einen Frauenbeirat jüngere und politisch unerfahrene Frauen in die Aktivitäten des Beirats einbezogen und schrittweise für Kommunalpolitik gewonnen werden.

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