Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 18. April 2019

Ausgabe vom 15. Dezember 1998

Ganz ohne Salz geht es nicht

Entsorgungsbetriebe befreien nicht nur die Straßen von Schnee und Eis

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Die Räumfahrzeuge werden mit Streusalz beladen; Foto: C. Przywara

Obwohl kalendarisch noch Herbst ist, geben seit geraumer Zeit bereits Schnee und Eis einen Vorgeschmack auf den kommenden Winter. Besonders intensiv registrieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Entsorgungsbetriebe Lübeck, des Bereichs Stadtgrün und des Bereichs für Verkehrsanlagen die Wetterkapriolen. Denn ihr Einsatz ist dann besonders gefordert.

Neben den öffentlichen Straßen befreien im Bedarfsfall rund 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr als 100 Kilometer Gehwege und gekennzeichnete Fußgängerüberwege, 140 Kilometer Radwege sowie 602 Bushaltestellen von Schnee und Eis. Zum Einsatz kommen dann bis zu 14 Streu- und Räumfahrzeugen, 28 Multifahrzeuge mit Streu- und Räumvorrichtungen sowie zwölf weitere Kleinfahrzeuge . Zusätzlich werden die Geh- und Radwege rutschfest gemacht - per Handarbeit.

"Die Wettermeldungen des Deutschen Wetterdienstes erhalten wir täglich, so daß wir ziemlich genau wissen, wann mit Schnee und Eis zu rechnen ist", berichtet Wilfried Gehrke, Abteilungsleiter des Winterdienstes und der Straßenreinigung bei den Entsorgungsbetrieben. Darüber hinaus macht im Winter täglich jeweils ein Mitarbeiter gegen drei Uhr morgens eine Kontrollfahrt durch das Stadtgebiet und entscheidet, ob, wo und in welchem Umfang ein Streueinsatz nötig ist".

Bereits im Frühsommer werden rund 2000 Tonnen Streukies eingelagert. Weiteres Streugut wie etwa der Naturstoff Blähton - das ist bei über 1000 Grad Celsius gebrannter Ton, aufgebläht durch gleichzeitige Luftzufuhr - oder Streusalz werden zugekauft.

Zwar hat sich die Bürgerschaft in einem Beschluß einst gegen den Einsatz von Streusalz ausgesprochen, aber die Erfahrungen des Winters `86/'87 haben gezeigt, daß es ganz ohne Salz nicht geht: Der Verkehr war für Tage lahmgelegt. "Wenn wir mit Salz arbeiten, verwenden wir eine extrem niedrige Dosierung, fahren lieber einmal öfter und streuen gezielt nach", erklärt Gehrke.

Zum Vergleich: Auf der Autobahn werden häufig bis 40 Gramm pro Quadratmeter gestreut, in Lübeck nur zehn bis 15 Gramm. Deswegen kann es auch an manchen Stellen noch rutschig sein, denn "unser Ziel ist es, den Schnee räumfähig zu halten, so daß sich durch Festfahren keine Eisspurrillen bilden".

Überhaupt stellt Schnee die Räumkräfte vor das größte Problem: Lübecks Straßen, vor allem in der Innenstadt, sind schmal - und überall fehlt es an geeigneten Ablageflächen. Deswegen sind häufig Radwege beeinträchtigt, denn Schnee vom Gehweg und der Straße wird dort abgelagert. Im schlimmsten Fall muß der Schnee dann sogar - kostenintensiv - abgefahren werden.

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