Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 25. April 2019

Ausgabe vom 15. Dezember 1998

Frauenblick auf die Agenda 21

Von Marion Barsuhn

Bündnis 90 / Die Grünen

Wenn in Lübeck ab Januar 1999 unter weitgereister Moderation der Leitbildprozeß beginnt, kann es nur darum gehen, einen weiteren Schritt auf dem Weg zu einer lokalen Aganda 21 zurückzulegen. Es geht dabei nicht nur, wie vielfach angenommen, um einen nachhaltigen Umgang mit der Natur, sondern vor allem um Gerechtigkeit und Chancengleichheit.

Besonders deutlich hervorgehoben wird die Bedeutung der Frauen im Aktionsplan für Frauen zur Erzielung einer nachhaltigen Entwicklung. Darin wird festgestellt, daß eine erfolgreiche Durchführung der lokalen Agenda von der aktiven Einbeziehung der Frauen abhängt.

Ebenso wichtig ist die Einbeziehung von Frauen bereits in die Planung des Prozesses, wobei beachtet werden muß, daß engagierte Frauen aus dem Umwelt- oder Sozialbereich nicht automatisch frauenpolitisch engagiert sind.

In Lübeck ist das Frauenbüro an der Vorbereitung beteiligt. Zur Ermittlung von Fraueninteressen an einer nachhaltigen Entwicklung scheinen Zukunftswerkstätten die angesagte Methode zu sein - auch in unserer Stadt gab es im September solch eine Werkstatt. Die gelungene Mischung der Teilnehmerinnen aus Frauenorganisationen, Verbänden, Vereinen und Parteien ließ auf ein großes Interesse am Thema schließen, was die ab-schließende Befragung der Motivation für eine Weiterarbeit bestätigte.

Der nächste Schritt wäre die Einmischung in die Prozeßgestaltung, also bei der Frage, in welcher Form die Agenda entwickelt wird, mit welchen Beteiligungskonzepten und -methoden, und ob auch dabei frauenspezifische Forderungen Eingang finden.

Grundlage für die Beteiligung von Frauen am Agenda-Prozeß ist, daß sie politisch gewollt ist. Bundesweite Erfahrungen haben gezeigt: Je höher die Einsicht in die notwendige Beteiligung von Frauen politisch angesiedelt ist, desto wahrscheinlicher ist sie auch - und desto besser funktioniert sie. Dazu gehört aber auch, daß die Umsetzung der Forderungen und Maßnahmen der Frauen gewährleistet ist und daß dafür überprüfbare Schritte erarbeitet werden.

Das heißt: Die im Rahmen der lokalen Agenda entwickelten Forderungen und Maßnahmen müssen zu Leitlinien der Politik, und vor allem auch der Frauenpolitik der Kommunen werden.

Die Motivation von Frauen zur Beteiligung am Agenda-Prozeß wird auch davon abhängen, wie glaubwürdig dies garantiert werden kann.

V.i.S.d.P.: Antje Jansen

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