Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 24. Juni 2019

Ausgabe vom 26. Januar 1999

Zwei himmlische Wesen

Niederdeutsche Bühne: "Twee Engels" zum Jubiläum von Magda Schulz

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Magda Schulz mit Günther Rathgens in "Twee Engels"; Foto: NBL

Mit zwei auf den ersten Blick ganz himmlischen Wesen startet die Niederdeutsche Bühne Lübeck ins neue Jahr. Doch die "Twee Engels", die Janne Furch in ihrer gleichnamigen Komödie vorstellt, sind die ganz irdischen Zwillingsschwestern Engel. Da ist auf der einen Seite Trude, die sympathische Sprechstundenhilfe; und dann ist da Mary, verheiratete Brinkmann, die Frau Konsul mit den Allüren einer scheinbar großen Dame. Ganz unterschiedliche Werdegänge haben also die Engel-Zwillinge hinter sich - und aus diesem Unterschied zwischen vornehm und bescheiden bezieht das Stück seine humorvolle und auch ein wenig sozialkritische Spannung.

Vor allem bietet "Twee Engels" eine hervorragende Doppelrolle - genau die richtige für Magda Schulz aus Anlaß ihres 25jährigen Bühnenjubiläums. Nelly, wie Magda Schulz von ihren Freunden genannt wird, hat sich in all den Jahren als ungemein vielseitig erwiesen. Sie versteht es, sich in jeden der unterschiedlichen Charaktere auf der Bühne hineinzuversetzen - als Beispiele dafür seien die Lisa in "Keen Utkamen mit'n Inkamen", die Agathe in "Bi Nacht und Nebel" sowie die Clara in "Gode Nacht, Fru Engel" genannt.

Nun zum Jubiläum also wieder ein Engel. An ihrer Seite in dieser Komödie spielen Anja Kruse, Waldemar Peters, Günther Rathgens sowie Ingo Schinnagel. Und das Theater Lübeck unterstützt die niederdeutschen Kollegen nach besten Kräften: Otto Sawicki führt wieder einmal Regie, Jan Kothe ist für die Bühnengestaltung und Irene Fricke (assisitiert von Günther Warnk) für die Kostüme veranwortlich, Ole Nissen schließlich für den Ton.

"Twee Engels" kommt in den Kammerspielen ausnahmsweise einmal an einem Donnerstag heraus:Premiere ist am 28. Januar um 20 Uhr. Die weiteren Vorstellungen an diesem Ort folgen am 2. und 9. Februar, 20 Uhr, sowie am 14. Februar, 16 und 20 Uhr.

Die Niederdeutsche Bühne Lübeck - vor genau 80 Jahren gegründet - zählt derzeit 59 eingetragene Mitglieder. Sie sind in vielen Funktionen hinter der Bühne oder verwaltend tätig. Doch der (schau)spielende Kern sei relativ klein, erläutert Kirsten Mehrgardt, die neue Pressesprecherin der Niederdeutschen. Nicht nur aus diesem Grund sei die Stückauswahl begrenzt, sondern auch deswegen, weil nur wenige junge Menschen den Weg zu den Ensembles führen, die die plattdeutsche Mundart lieben und pflegen.

Daher bereitet die Besetzung junger Liebespaare Schwierigkeiten. "Es muß ja viel Freizeit investiert werden", so Mehrgardt, "wer aber einmal mitgespielt hat, den packt das Theater - und der ist dann dabeigeblieben." So wie Magda Schulz, die aus dem Lübecker Ensemble überhaupt nicht mehr wegzudenken ist.Güz

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