Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 19. Juni 2019

Ausgabe vom 26. Januar 1999

"Ein Vorbild für die Jüngeren"

Auftaktveranstaltung zum Internationalen Jahr der Senioren im Theater

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Viel Beifall erhielt der Passat-Chor für seine Liedervorträge; Foto: T. Wewer

Festlich, aber nicht steif, verlief am Sonntag im Theater Lübeck die Auf-taktveranstaltung in der Hansestadt zum Internationalen Jahr der Senioren. In ihren Grußworten nahmen die Rednerinnen und Redner immer wieder Bezug auf die Situation in Lübeck und versprachen, daß man dem von den Vereinen Nationen vorgegebenen Motto "Eine Gesellschaft für alle Lebensalter" Leben einhauchen wolle mit den vielen Angeboten, die in diesem Jahr gemacht würden.

Senatorin Dagmar Pohl-Laukamp (CDU) betonte, daß in Lübeck mittlerweile rund 55 000 Menschen wohnten, die über 60 Jahre alt seien, Tendenz steigend. Neben einer präventiven Gesundheitspolitik müsse man in dieser Stadt daher Bedingungen schaffen, daß diese Menschen sich geborgen und heimisch fühlten. Zugleich lud sie zu den bevorstehenden Veranstaltungen im Rahmen des Internationalen Jahres der Senioren ein: "Man kann überall hingehen und mitmachen."

Auch Stadtpräsident Peter Oertling (SPD) unterstrich, daß Lübeck "überaltere"; gleichwohl sei die Kaufkraft dieses mittlerweile einen Drittels der Bevölkerung nicht zu unterschätzen. Reiseveranstalter, die Unterhaltungsindustrie, aber auch Fitneßcenter, die diesem Personenkreis angemessene Angebote unterbreiten, hätten dieses Marktsegment inzwischen erkannt.

Der Stadtpräsident erinnerte vor allem an die Vorbildfunktion der älteren Generation: Sie sei es gewesen, die aus den Trümmern des Zweiten Weltkrieges das Land wieder aufgebaut "und die Demokratie wehrhaft" gemacht habe.

Im übrigen, so der Stadtpräsident, habe die Fürsorge für die ältere Genera-
tion in Lübeck Tradition. Oertling verwies zum Beispiel auf das Heiligen-Geist-Hospital, die Gemeinnützige und auch auf die Schiffergesellschaft.

Wie sehr man in der Hansestadt das Jahresmotto ernst nimmt, wurde an der Einladung an den Unabhängigen Jugendrat deutlich. Als deren Vertreter regte Jan Lindenau vielfältige Kontakte "zwischen den Generationen" an. "Entscheidend ist", so Lindenau, "aufeinander zuzugehen." So könne sich aus kleinen Anfängen viel entwickeln.

In einem kurzweiligen und interessanten Referat erläuterte Dr. Hans Wißkirchen vom Heinrich- und Thomas-Mann-Zentrum schließlich anhand von literarischen Beispielen das Zusammenleben von Jung und Alt in der Familie Thomas Manns.

Umrahmt wurden die Redebeiträge vom Pfeiffer-Trompeten-Consort, der singenden Schauspielerin Elke Wollmann sowie dem Passat-Chor, zu dessen Shanties die Veranstaltung ausklang.

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