Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 20. Juni 2019

Ausgabe vom 26. Januar 1999

Klassische und moderne Elemente vereinen

Konzept zur Um- und Neugestaltung des Travemünder Godewindparkes wurde vorgestellt

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Landschaftsarchitekt Teja Trüper erläutert das Konzept; Foto: N. Löwe

Die Eigenarten und Stärken des Godewindparkes wieder herauszuarbeiten und gleichzeitig die klassischen Elemente mit modernen zu ergänzen, so daß die Grünanlage den heutigen Anforderungen wieder entspricht: das ist das Ziel des vom Lübecker Landschaftsarchitekturbüro Trüper, Gondesen und Partner im Ausschuß für die Lübeck und Travemünde Tourismus-Zentrale (LTZ) vorgestellten Konzeptes für die Um- und Neugestaltung der Anlage im Ostseeheilbad Travemünde.

Rund 1,5 Millionen Mark stehen dafür zur Verfügung. Aufgrund der vorgelegten Planung beschloß der Ausschuß vergangene Woche einstimmig, noch in diesem Jahr die Neugestaltung umzusetzen. Das Vergabeverfahren soll zur nächsten Ausschußsitzung vorbereitet werden.

"Die Realisierung der Neugestaltung Godewindpark wäre ein erster für alle sichtbarer Schritt im Rahmen der Umsetzung der Planung des Inneren Kurgebietes", freute sich Kurdirektor Uwe Kirchhoff über die Zustimmung der politischen Vertreter.

Eingangstor im Nordwesten

"Der Park ist das Eingangstor im Nordwesten, egal ob man per Bahn, Bus oder Auto anreist, und vermittelt somit einen ersten Eindruck über das Ostseeheilbad". Gleichzeitig erhofft man sich durch ein gepflegtes Erscheinungsbild der Grünanlage mit freiem Blick auf die umliegenden Villen, einen Anreiz zu schaffen, in deren Aussehen zu investieren - Barcelona praktiziert dies bereits seit Jahren erfolgreich.

Der Godewindpark ist ein typischer Kurpark der Jahrhundertwende im englischen Landschaftsstil mit zwei Teichen, Spazierwegen, ausgefallenem Baumbestand - zum Beispiel der Mammutbaum und die kaukasische Flügelnuß -, einem Aussichtspunkt und Rasenflächen. Er ist eine wichtige Verbindung zwischen Strandbahnhof und Kaiserallee sowie Strand. Leider präsentiert er sich in einem desolaten Zustand: Verwilderte Rhododendronpflanzen, zugewachsene Wege und Ausblicke, verschlammte Teiche sowie fehlende oder marode Sitzmöglichkeiten prägen das Bild.

Neu ist eine Kunstpromenade

Um den Godewindpark in eine attraktive Grün- und Freizeitanlage zu verwandeln, müßten laut Teja Trüper vom Architekturbüro mehrere Punkte erfüllt werden. Von Norden, Süden und Westen soll ein freier Blick sowohl in als auch aus dem Park heraus gewährt sein. Deshalb ist die Rodung aller Gebüschgruppen in diesem Bereich notwendig. Gleichzeitig soll eine Bereinigung des jetzigen Baumbestandes erfolgen.

Die Teiche sollten entschlammt werden und wieder die ursprüngliche Wassertiefe von rund 1,50 Meter erhalten. Durch Neupflanzungen könnten abwechslungsreiche Uferzonen geschaffen und die Uferbefestigung, die Brücke und die Ein- und Auslaufbauwerke für das Regenwasser saniert werden.

Die Wege sollen zwei Meter breit werden. Eine Ausnahme macht der Weg im Osten vom Bahnhof zum Strand: Er soll sogar drei Meter breit werden, davon ein Meter als Plattenstreifen für Schlechtwetterperioden.

Zusätzlich soll er eine durchgehende Beleuchtung erhalten und durch Kunstelemente am Rande, wie beispielsweise gestutzte Buchsbäume, zur Kunstpromenade aufgewertet werden.

Ihm gegenüber soll eine Teichpromenade entstehen: ein drei Meter breiter gerader Weg entlang des Teiches. Von hier soll man das Seedeck, einen Ponton aus Holz, der über das Wasser hinausreicht, betreten können, um zum Beispiel die Enten zu füttern.

Die Möblierung und die Ausstattung sollen ebenfalls erneuert werden. Dabei sollten die ausgewählten Parkmöbel zukünftig für alle Freiflächen im Inneren Kurgebiet Verwendung finden, um ein einheitliches Bild zu schaffen. Die Parkmöbel, also Bänke und Tische, Lampen und Papierkörbe, sollen ein modernes, funktionales Design haben und dem heutigen Geschmack entsprechen.

Angedacht sind ferner zwei Picknickplätze: Einer in der Nähe von der Bastion am Fallreep, der andere auf mittlerer Höhe des Weges vom Bahnhof zum Strand.

Die Bastion soll in ihre ursprüngliche Form als Platz zum Verweilen und als Aussichtspunkt zurückgeführt werden. Gleichzeitig erhält sie moderne architektonische Elemente, zum Beispiel eine teilweise Überdachung und zusätzliche Sitzmöglichkeiten.

Bei schnellen politischen Entscheidungen könnte das Lichterfest im August auch gleichzeitig Einweihungsparty für den "neuen" Godewindpark werden, denn die zwingend notwendige Rodung muß bis Ende März beendet sein.

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