Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 20. Juni 2013

Ausgabe vom 16. Februar 1999

Wird in der Schule einseitig beeinflußt?

Zu: "Proteste hatte keine Wirkung".
SZ vom 2. Februar

Eigentlich ging ich davon aus, daß wir in einer parlamentarischen Demokratie leben. Die Entscheidungen, die in der Lübecker Bürgerschaft getroffen worden sind, sind von Demokraten zu akzeptieren - bei der nächsten Wahl können die Gegner diese Entscheidungen revidieren.

Wer macht eigentlich die Politik am Trave-Gymnasium? Mich interessiert schon, welches Parteibuch die Schulleiter in der Tasche haben. Soweit mir bekannt ist, ist Herr Fick - Schulleiter der Realschule, Mitglied der Bürgerschaft und Sprecher des Schulleiterwahlausschusses - Mitglied der CDU.

In den 70er Jahren gab es für einseitige politische Einflußnahme das Berufsverbot - gegen das ich persönlich immer war; trotzdem werde ich den Eindruck nicht los, das dort einseitig Einfluß genommen wird.

Als Bürger nördlich der Trave, der für die Gesamtschule ist, muß ich wohl demnächst damit rechnen, ausgegrenzt zu werden, weil ich klar Position bezogen habe.

Auch wenn es so scheint, daß der Elternwille nicht berücksichtigt wird: Die Sozialdemokraten und auch Bündnis 90/Die Grünen sind mit klaren Aussagen in den Kommunalwahlkampf gegangen - wobei diese in den Stadtteilen nördlich der Trave eine deutliche Mehrheit bekamen. Dieser Bürgerwille sollte auch respektiert werden. 269 Schüler bekommen keinen Gesamtschulplatz, obwohl auch bei der Umwidmung des Trave-Gymnasiums nur zirka 100 zur Verfügung stehen.

Die Lübecker SPD hat den Schülern ein Gespräch angeboten. Wenn man aber nicht mal mehr Gespräche mit dem "politischen Gegner" führen will, dann ist die Demokratie in Gefahr.

Axel Krien, Lübeck

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