Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Ausgabe vom 23. Februar 1999

Sorgenvolle Zukunft

Modellprojekt "Mixed Pickles" gefährdet

Das Modellprojekt "Mixed Pickles" (Verein für Mädchen und Frauen mit und ohne Behinderungen) ist für drei Jahre vom Ministerium für Frauen, Jugend, Wohnungs- und Städtebau finanziell abgesichert worden. Im Jahr 2000 ist damit allerdings Schluß - eine Aussicht, die (nicht nur) die Eltern der Mädchengruppe mit Sorge erfüllt. Deshalb haben sie sich jetzt mit einem offenen Brief an den Bereich Jugendarbeit/Jugendamt gewandt. Darin appellieren sie an die Stadt Lübeck, den Fortbestand der Arbeit von Mixed Pickles über das Jahr 2000 hinaus zu sichern, indem sie den notwendigen finanziellen Rahmen dafür schafft.

In dem Brief schildert Elternsprecherin Gabi Nibuhr den hohen Stellenwert, den der Verein für das Leben ihrer Töchter bekommen habe. Er habe den Mädchen ermöglicht, ihren eigenen Freiraum und ihre eigene Gruppe ohne Leistungsanspruch außerhalb von Schule und Elternhaus zu finden. Work-shops im künstlerischen Bereich, im Selbsterfahrungsbereich und spezielle Ferienpaßaktionen hätten der Persönlichkeitsentwicklung ihrer Töchter ausgesprochen gut getan. Und nicht nur ihnen: "Auch wir als Eltern haben Beratung, Information und Entlastung erfahren."

Gabriela Niebuhr weist ferner darauf hin, daß sich die Töchter mit ihrer Behinderung auseinandersetzen und dabei Unterstützung benötigen, je älter sie werden. Denn noch immer erführen die Mädchen immer wieder Diffamierungen und Diskriminierungen oder träfen auf Berührungsängste. Eine Fortführung des Modellprojekts leiste einen wichtigen Beitrag, diese abzubauen. Zudem gehöre es laut Gleichbehandlungsprinzip des Jugendhilfegesetzes zum Aufgabenbereich der Jugendämter, sich auch der Probleme von Mädchen mit Behinderungen außerhalb von Elternhaus und Schule anzunehmen.

Die Leiterin des Bereichs Jugendarbeit/Jugendamt, Ursula Redecker, hat bereits mit den Mitarbeiterinnen des Projekts gesprochen. Diskutiert wurde, ob und wie die Einrichtung erhalten werden kann. Einige Ideen habe sie dem Träger bereits unterbreitet, so Redecker.

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