Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 25. Mai 2019

Ausgabe vom 02. März 1999

Keine Gefährdung festgestellt

Deponie Niemark: Aufgrund von Pumpendefekt trat Sickerwasser aus

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Auf der Deponie Niemark trat am Mittwoch Sickerwasser aus; Foto: C. Przywara

In der Nacht zu Mittwoch, 24. Februar, ist auf der Deponie Niemark Sickerwasser ausgetreten. Dabei ist - zunächst unbemerkt - eine Teilmenge in den Glindbruchgraben gelangt. Kurz nach Dienstbeginn wurde der Austritt jedoch bemerkt und mit Sicherungsmaßnahmen begonnen. Zum größten Teil konnten die ausgelaufenen Sickerwassermengen wieder aufgenommen werden. Eine schädliche Gewässerverunreinigung konnte nicht nachgewiesen werden. Dies teilte Umweltsenatorin Dr. Beate Hoffmann am vergangenen Freitag mit.

Ursache für den Zwischenfall war ein Defekt in der Kühlung der abfördernden Pumpen. Dadurch kam es zu einer Störung der im Bau befindlichen Pumpenanlage. Mitarbeiter der Installationsfirma hätten zwar noch versucht, die Störung zu beseitigen, dies ist ihnen jedoch nicht gelungen.

Gewässerproben entnommen

Nachdem das Betriebspersonal der Deponie am Mittwoch morgen die Folgen der Störung erkannt hatten, wurde sofort der Sickerwasserzustrom abgesperrt und ein erheblicher Teil der Sickerwassermengen mit einem Saugwagen wieder aufgenommen. Aufgrund der zur Zeit hohen Wasserführung und starken Strömung im Glindbruchgraben sei dort keine Aufnahme möglich gewesen, berichtet Jürgen Held von den Entsorgungsbetrieben Lübeck. Daher sei die Verunreinigung vom Glindbruchgraben in den Niemarker Landgraben gelangt.

Umgehend wurde das Umweltlabor angefordert, um im Bereich der Deponie aus den genannten Gewässern Proben zu entnehmen. Die untere Wasserbehörde wurde telefonisch über den Sachverhalt informiert.

Die Deponieleitung, MitarbeiterInnen des Umweltlabors sowie der unteren Wasserbehörde sind ferner den Gewässerverlauf abgefahren und haben an verschiedenen Stellen Gewässerproben entnommen. Diese Proben wurden noch an Ort und Stelle analysiert. Hinweise auf eine Sickerwasserverunreinigung fanden sich hierbei nicht.

Auch die Komplettanalyse bestätigte die ersten Ergebnisse. "Aufgrund der starken Wasserführung in den Gräben und der unter 20 Kubikmeter liegenden Sickerwasserzuführung - verteilt über zehn Stunden - haben sich keine signifikanten Anhalte für eine schädliche Gewässerverunreinigung ergeben", heißt es dazu in einer Mitteilung der Entsorgungsbetriebe.

Nach eigenen Recherchen der Entsorgungsbetriebe haben die Mitarbeiter der Installationsfirma noch am Dienstag abend den Pförtner in der Malmöstraße (Sitz der Entsorgungsbetriebe) informiert über die Störung der Pumpenanlage. Von hier sei die Information allerdings nicht weitergeleitet worden zum Beispiel an die Bauleitung beziehungsweise an die Deponieleitung. Daher wurden die Förderpumpen nicht außer Betrieb gesetzt.

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