Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 27. Mai 2019

Ausgabe vom 02. März 1999

Diskussion bis in die Pause hinein

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Lamprecht mit Schülern am Informationsstand; Foto: C. Przywara

Im Rahmen einer Suchtpräventionswoche für die Schülerinnen und Schüler der Gewerbeschule III, die in der vergangenen Woche stattgefunden hat, erzählten Vertreter von Selbsthilfegruppen von ihren Erfahrungen mit der Sucht. Zum Beispiel Hinrich, ein Anonymer Alkoholiker, der für sich eine traurige Bilanz zog: "Ich habe 25 von 59 Lebensjahren versoffen." Nicht nur ihm lauschten die SchülerInnen gebannt. "In den Klassen ist es sonst selten so still", berichtete Oberstudienrat Friedrich Lamprecht, Beauftragter für Suchtprävention an der Schule und seit den 70er Jahren Organisator der jährlichen Suchtpräventionswoche. "Diese Lebensbeichten gehen eben unter die Haut."

Lamprecht selbst moderierte Rollenspiele, in denen sich die Schüler mit Drogenproblematiken unterschiedlichster Art auseinandersetzten.

Neben Vertretern der Anonymen Alkoholiker kamen auch Betroffene der Anonymen Spieler oder der Selbsthilfegruppe Ex-Sucht zu Wort, außerdem Zollfahnder, Vertreter der Anonymen Drogenberatung und ein Rauchertherapeut. Bis in die Pausen hinein diskutierten die Schülerinnen und Schüler mit den Betroffenen und Referenten, fragten nach und informierten sich umfangreich. Wichtig war den Betroffenen dabei, daß nicht der ,pädagogische Zeigefinger' gehoben, sondern sachlich informiert wurde. "Es ist keine Schande, krank zu sein, es ist nur eine Schande, nichts dagegen zu tun", so Hinrich von den Anonymen Alkoholikern.

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