Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 21. März 2019

Ausgabe vom 02. März 1999

Zwischen Tradition und Trash

21. Norddeutsches Theatertreffen vom 1. bis zum 9. Mai in der Hansestadt Lübeck

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Szenenfoto mit Paul Kaiser und Elke Wollmann aus der Produktion "Fette Männer im Rock". Das ist Lübecks Beitrag beim Norddeutschen Theatertreffen; Foto: TL

"theaterlust - Zwischen Tradition und Trash" heißt vom 1. bis zum 9. Mai das 21. Norddeutsche Theatertreffen (NTT), das nach 1981 zum zweiten Mal vom Theater Lübeck ausgerichtet wird. Daran beteiligen sich 13 Bühnen aus den fünf Küstenländern sowie drei aus dem Ausland. Es wurden Stücke zum Thema "Jugend und Zukunft" eingeladen, die zugleich einen Überblick über die neuere Dramatik geben: Trash drückt ein Zeitgefühl aus. Neben dem deutschen Theater Almaty/Kasachstan (im Rahmen seiner Deutschland-Tournee) und der BAK-Truppe aus Norwegen ist noch eine dänische Beteiligung zu erwarten, während sich ein Gastspiel aus Vilnius leider zerschlagen hat.

Was die Provinz leistet

Im Mitttelpunkt des Treffens, so formulierte es Lübecks Generalintendant Dietrich von Oertzen bei der Vorstellung des Programms, steht außerdem die Frage:"Was leistet die deutsche Provinz?" Die Inszenierungen aus Göttingen, Braunschweig, Osnabrück, Wilhelmshaven, Oldenburg i. O., Lübeck, Schwerin und Rostock sowie eine des Deutschen Schauspielhauses Hamburg wollen eine Brücke zwischen alt und jung schlagen. Zwei Klassikern im modernen Gewand ("Clavigo" und "Die Räuber") steht durchweg Zeitgenössisches gegenüber. Darunter sind gleich drei Uraufführungen mit dem Musical "C-Man" (Rostock), der Oper "Molière oder Die Henker der Komödianten" von Johannes Kalitzke (Bremen) sowie mit dem neuen Schauspiel von Oliver Bukowski, "Gäste" (Braunschweig).

Arbeitslosigkeit ist das Thema einer Reihe von Vorstellungen und eines Workshops:Arbeitslose Schauspielerinnen studieren "Das kunstseidene Mädchen" von Irmgard Keun ein und bringen es am 9. Mai zur Aufführung. Auch drei Stücke für Kinder und Jugendliche sind vorgesehen sowie weitere Projekte, die zur Kommunikation von Besuchern und Theatermachern einladen.

Zwischen dem Eröffnungsfest am
30. April im Theaterhof und einem Diskussions-Forum unter Leitung von Hamburgs Kultursenatorin Christina Weiß am 9. Mai gibt es 21 Vorstellungen auf allen drei Bühnen an der Beckergrube sowie eine Ausstellung der Bühnenbildklasse der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg.

Erstmals Sponsoren

Nachdem Bund und Land ihre Förderung eingestellt haben, ist das
21. NTT erstmals auf Sponsoren angewiesen. Neben der Kulturstiftung des Landes (sie ermöglicht das Gastspiel der Oper, einer Auftragskomposition des Landes) beteiligen sich Possehl-Stiftung, Sparkasse, Gemeinnützige - und das Theater Lübeck selbst an den Kosten von 350 000Mark:Um die für die kulturelle Szene so wichtige Veranstaltung ausrichten zu können, hat es laut von Oertzen in dieser Saison zwei Produktionen eingespart, was 100 000 Mark entspricht. Daher sollen neben der Jugend auch die Abonnenten zum NTT-Besuch animiert werden.

Das genaue Programm steht am 15. März fest und ist dann im Internet abrufbar unter: www.theaterlust.de.Güz

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