Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 25. Mai 2019

Ausgabe vom 02. März 1999

Mehrheit für Rennen

Jetzt können die Powerboote kommen

Das Powerbootrennen kann wie geplant im Juli stattfinden. Die Fraktionen von SPD und CDU gaben "grünes Licht" für die Veranstaltung, indem sie gegen einen Antrag der Bündnisgrünen stimmten, in dem eine Absage des Rennens gefordert wurde.

Gunhild Duske betonte für die SPD, daß man sich nur deshalb für die Veranstaltung ausgesprochen habe, weil die Vorbereitungen bereits zu weit fortgeschritten seien. Eine Absage zum jetzigen Zeitpunkt wäre "peinlich für Lübeck". Gleichzeitig kritisierte sie die Verwaltung, daß die politischen Gremien nicht rechtzeitig beteiligt und informiert worden seien.

Senator Gerd Rischau (CDU) erwiderte, daß man schnell zusagen müsse, wenn ein solcher "event" angeboten würde. Man könne einen Veranstalter nicht vertrösten mit dem Hinweis, man müsse erst die Ausschüsse oder die Bürgerschaft fragen, ob man überhaupt verhandeln dürfe. "Wenn uns jemand eine interessante Veranstaltung anbietet, müssen wir ihn mit offenen Armen empfangen", so Rischau.

Carl Howe von Bündnis 90/Die Grünen hatte noch einmal die Ablehnungsgründe seiner Partei vorgetragen: Das Rennen stünde im Widerspruch zur Agenda 21, zum sparsamen und nachhaltigen Umgang mit Ressourcen also, und dazu bekenne sich die Hansestadt doch ausdrücklich.

Außerdem liege das Renngebiet im sogennanten FFH-Prüfgebiet, das heißt in einem potentiellen Schutzgebiet; wenn der Ausbau des Windparks Brodten mit eben dem Hinweis auf die FFH-Richtlinie der Europäischen Union abgelehnt werde, müsse dies folgerichtig auch für das Powerbootrennen gelten.

Schließlich würde durch die Veranstaltung auch das Naturschutzgebiet Brodtener Ufer in Mitleidenschaft gezogen, so Howe.

Für die CDU-Fraktion sprach sich Klaus Petersen für das Powerbootrennen aus. Die Vereine und Verbände in Travemünde würden die Veranstaltung ebenfalls begrüßen. Viele Medien würden berichten und so den Namen Lübecks bekanntmachen.

Die Bericherstattung sollte kein Entscheidungskriterium sein, nahm Hans-Jürgen Schubert von den Bündnisgrünen den Gedanken auf. Denn "wenn das Maritim einstürzt, wäre der Bekanntheitsgrad noch größer", so Schuberts süffisante Anmerkung.

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