Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 23. April 2019

Ausgabe vom 09. März 1999

Geplatzte Träume

Gesamtschulbefürworter "verlosen" Schulplätze

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"Ministerin" als Glücksfee; Foto: T. Wewer

Geplatzte Luftballons als Symbol für geplatzte (Gesamtschul-) Träume dokumentierten am Donnerstag lautstark den Protest von rund 1000 Demonstrantinnen und Demonstranten auf dem Schrangen gegen den Entscheid von Kultusministerin Ute Erdsieck-Rave (SPD), die vierte Gesamtschule in Lübeck nicht zu genehmigen.

Nur jedes zweite Kind, das an einer der drei Lübecker Gesamtschulen angemeldet worden ist, wird einen Platz bekommen können, sagten Gesamtschulvertreter. Insgesamt würden rund 250 Gesamtschulplätze benötigt, um dem Elternwillen und dem Wunsch der Kinder Rechnung tragen zu können. Besonders dramatisch sei die Situation an der Geschwister-Prenski-Schule: den 95 vorhandenen Plätzen stünden 397 Anmeldungen gegenüber.

Aus diesem Grund wurden auf dem Schrangen symbolisch Schulplätze verlost. Für jede Anmeldung wurde ein Luftballon mit einer Nummer hochgehalten. Eine Glücksfee mit dem beziehungsreichen Titel "Ministerin" zog dann die Nummern aus einer Lostrommel. Doch nur Wenige hatten Glück und "gewannen" einen der wenigen begehrten Gesamtschulplätze. Die deutliche Mehrheit hatte das Nachsehen - und brachte als Ausgleich für die geplatzten Träume ihre Luftballons zum Platzen. "Die von der Stadt Lübeck beabsichtigte Umwandlung der Kücknitzer Trave-Schule hätte zumindest 100 weitere Plätze gebracht", so ein Gesamtschulvertreter.

Die Eltern kündigten an, mit weiteren Veranstaltungen doch noch einen Gesamtschulplatz für ihre Kinder erstreiten zu wollen.

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