Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 25. April 2019

Ausgabe vom 09. März 1999

Der Einfluß bleibt begrenzt

Konzept für Landschaftsplanung im Stadtsüden liegt bis Ende Mai vor

0650201.gif
Im Auftrag von Umweltsenatorin Beate Hoffmann (li.) erarbeitet Professor Roberto Pirzio-Biroli Vorschläge zur Landschaftsgestaltung im Stadtsüden; Foto: T. Wewer

Wegen des Neubaus der Autobahn
A 20 und der Verlängerung der Bundesstraße 207 (neu) kommt es im Süden Lübecks zu einer umfassenden Neuordnung der Landschaft, der landwirtschaftlichen Flächen sowie der Straßen und Wege. Diese Neuordnung, die insgesamt rund 20 Prozent des Gebietes der Hansestadt Lübeck betrifft, soll jedoch weder die Straßenplanungen behindern, noch zu wirtschaftlichen Nachteilen für die betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe führen. Auf diese Vorgabe für die beteiligten städtischen Fachbereiche wies Bürgermeister Michael Bouteiller im Anschluß an eine interne Besprechung in der vergangenen Woche hin.

Der Grund für die Klarstellung: Im Auftrag von Umweltsenatorin Dr. Beate Hoffmann erarbeitet der renommierte Landschaftsarchitekt Professor Roberto Pirzio-Biroli ein Gestaltungskonzept für das Gebiet. Dabei handelt es sich jedoch zunächst nur um Vorschläge. Bouteiller: "Das ist keine verbindliche Fachplanung". Ob und wie sich die "durchaus interessanten Anregungen" in den Teillandschaftsplan einbinden ließen, werde spätestens Anfang Mai geklärt.

Stadt ist wichtiger Partner

Dem Landschaftsplaner schwebt vor, die historischen Kulturlandschaften des betroffenen Raumes - wie beispielsweise Knicklandschaften und Gutslandschaften - wiederherzustellen. Dabei würden die wirtschaftlichen Interessen der Landwirte berücksichtigt. Ebenso integriert werden sollen die denkmalpflegerischen Belange sowie Möglichkeiten für Naherholung und Fremdenverkehr.

Bürgermeister Bouteiller betonte jedoch, daß die anstehende Neuordnung nur zu einem Teil von der Hansestadt beeinflußt werden könne, da die Autobahn vom Land im Auftrag des Bundes gebaut und die Flächenverlegung im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens vom Amt für Ländliche Räume (ALR) vorgenommen werde. Allerdings sei die Stadt als größter Grundstückseigentümer ein wichtiger Partner in dem Verfahren.

Zur Koordinierung der städtischen Planungen hat der Verwaltungschef nun folgenden Zeitplan festgelegt: Bis Anfang Mai legt die Umweltsenatorin ein abgestimmtes Konzept für die Landschaftsplanung im Süden der Stadt vor. Bis Ende Mai wird dieses Konzept mit der Flurbereinigungsbehörde abgestimmt. Die Gestaltungsvorschläge von Pirzio-Biroli wiederum sollen bis zum 15. April vorliegen.

Bodenordnung bedeute heute weit mehr als die Zusammenlegung zersplitterten Grundbesitzes zur Schaffung rentabler Wirtschaftsflächen, verteidigte Senatorin Hoffmann den Auftrag an den Landschaftsarchitekten. Bodenordnung müsse die Belange der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe und der übrigen beteiligten Grund- eigentümer mit den "wachsenden Ansprüchen der Allgemeinheit in Einklang bringen", so Hoffmann. Dazu gehöre vor allem, die Landschaft als Lebensraum für Mensch, Tier und Pflanze, sowie als Grundlage der Umweltgüter Wasser, Boden und Luft zu erhalten und zu gestalten.

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de