Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 24. April 2019

Ausgabe vom 09. März 1999

IM GESPRÄCH

"Uns steht noch ein enormer Kraftakt bevor"

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Dr. Jörg Fligge, 58, ist seit 1990 der Leiter der Bibliothek in der Hansestadt Lübeck; Foto: C. Przywara

Welche Pläne haben sie mit dem historischen Bereich der Bibliothek?

Vor allem die Verbesserung des Raumklimas im Scharbausaal durch eine moderne Heizungsanlage liegt mir am Herzen. Ich werde mit stoischer Geduld daran weiterarbeiten, um das Restaurierungskonzept durchzusetzen.

Welche Pläne gibt es für die Zweigstellen der Stadtbibliothek?

Ich möchte gern mit der Unterstützung von Senator Ulrich Meyenborg den Bibliotheksentwicklungsplan vorantreiben. Dabei sehe ich großen Handlungsbedarf für den Zweigstellenbereich. Sie müssen ans EDV-Netz angeschlossen, personell stabilisiert und besser mit modernen Medien ausgestattet werden. Ich plädiere dafür, daß sie ins Konzept der Bürgerbüros aufgenommen werden. Dabei verbeiße ich mich nicht in die Zahl der Zweigstellen. Wenn eine marode, renovierungsbedürftige Zweigstelle geschlossen würde, könnte an einem geeigneterem Ort eine neue entstehen - oder vielleicht im Rahmen des geplanten Hochschulstadtteils eine neu eingerichtet werden.

Wie weit ist die Umstellung auf EDV gediehen?

Uns steht noch ein enormer Kraftakt bevor. Seit 1996 sind 230 000 von etwa 850 000 Datensätzen, nicht Büchern, erfaßt worden. Und auch die derzeit 20 819 aktiven Leser und Leserinnen müssen noch per Computer erfaßt werden.

In das zentrale EDV-System, zu dem auch die Zweigstellen Zugriff haben sollen, werden bereits alle Neuanschaffungen integriert - auch die neuen Medien, wie CD-ROMs und Literatur auf CDs. Außerdem sollen demnächst Literaturverfilmungen auf Video angeschafft werden und bereits auf Lager liegende Opernvideos und ausgewählte Kinderprogramme ins Angebot aufgenommen werden.

Welche weiteren Pläne haben Sie?

Ich setze mich auch nach zwei gescheiterten Versuchen weiter für die dringend benötigte Fotostelle ein.

Ferner arbeiten wir weiter an der Modernisierung des Benutzerservice, an flexiblen Möglichkeiten für neue Angebotsformen wie etwa dem angestrebten Bestsellerservice oder an der Integration unserer Bibliothek in den Gemeinsamen Bibliotheksverbund und in das städtische Netzwerk. Im Jahr 2000 läuft zudem eine Ausstellung über Vergangenheit und Zukunft der Wissensvermittlung am Beispiel Lübecks. Sie wird von dem Projekt virtuelle Fachhochschule und der gab mitgestaltet und an die Expo angebunden.

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