Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 20. August 2019

Ausgabe vom 09. März 1999

Über 190 Staaten sind dabei

Die Konvention der Vereinten Nationen über die Rechte des Kindes

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Eine Forderung: Kinder haben das Recht auf Schulbildung; Foto: M. Erz

Der 20. November 1989 war ein wichtiges Datum für Kinder und Jugendliche auf der ganzen Welt: An diesem Tag verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) das Übereinkommen über die Rechte des Kindes. Erstmals in der Geschichte wurde damit ein völkerrechtlich verbindliches Dokument für Kinder und Jugendliche vereinbart - alle Vorgängerdokumente hatten lediglich den Charakter von unverbindlichen Absichts-
erklärungen. Inzwischen ist diese Konvention das erfolgreichste Menschenrechtsabkommen überhaupt: 190 Staaten - darunter die Bundesrepublik Deutschland - haben sie ratifiziert und sich somit verpflichtet, sie in geltendes nationales Recht umzusetzen.

54 Artikel zum Handeln

Die Konvention umfaßt 54 Artikel mit mehr als einhundert detaillierten Regelungen und Verpflichtungen für die Staaten. Sie verfolgt das Ziel, zum Überleben, zum Schutz und zur aktiven Teilnahme von Kindern und Jugendlichen beizutragen. Die Leitidee wurde in Artikel drei festgeschrieben. Er fordert, bei allen, das Kind betreffenden Maßnahmen das Wohl des Kindes vorrangig zu berücksichtigen. Nach diesem Grundsatz sollen sich Gesetzgebung, öffentliche Verwaltung und private Einrichtungen gleichermaßen richten.

Im folgenden werden einige Forderungen wiedergegeben:

*Alle Kinder haben die gleichen Rechte. Kein Kind darf wegen seiner Hautfarbe, Sprache, Religion oder Geschlecht benachteiligt werden.

*Kinder haben das Recht, so gesund wie möglich zu leben.

*Kinder haben das Recht, zur Schule zu gehen und zu lernen, was wichtig ist.

*Kinder haben das Recht zu spielen, sich auszuruhen, ins Museum oder Kino zu gehen oder zum Beispiel selbst Theater zu spielen.

*Kinder haben das Recht, sich zu informieren, zu sagen was sie denken und gehört zu werden.

*Kinder haben das Recht, ohne Gewalt erzogen zu werden.

*Kinder haben das Recht, besonders beschützt zu werden, wenn in ihrem Land Krieg ist oder wenn sie auf der Flucht sind.

*Kinder haben das Recht, vor schädlicher Arbeit, Ausbeutung und Mißhandlung geschützt zu werden.

*Kinder haben das Recht, mit ihren Eltern zu leben und sich regelmäßig mit Mutter oder Vater zu treffen, wenn diese nicht zusammenwohnen.

*Wenn Kinder behindert sind, haben sie ein Recht auf Hilfe und darauf, gemeinsam mit anderen Kindern zu spielen und zu lernen.

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