Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 20. April 2019

Ausgabe vom 02. Dezember 1997

Nur knapp ein Fünftel war dafür

Volksentscheid zum Bußtag: Ergebnis Lübecks spiegelt Landesresultat wider

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Ein Ja für den Feiertag: Lübecks Stadtpräsident Peter Oertling und Ehefrau Karin bei der Stimmabgabe in der Marlischule. Foto: M.Erz

Das erste Abstimmungsergebnis war bereits um 18.08 im Wahlbüro in der Großen Börse und kam aus Kronsforde. Das letzte aus Schlutup landete um 19.10 Uhr in der Zentrale. "Wir waren uns bereits um 18.17 Uhr darüber im klaren, daß in Lübeck die 25-Prozent Hürde nicht genommen wird", so der Leiter des Wahlamtes Heinz Meußler.

Um diese Uhrzeit hatten 29 von 87 Abstimmungsbezirken ihre Ergebnisse abgeliefert; die Wahlbeteiligung lag bei 25,7 Prozent, doch nur rund drei Viertel sprach sich für einen arbeitsfreien Bußtag aus, das letzte Viertel bestand aus Nein-Stimmen. Dieser Trend bestätigte sich, als auch die anderen Ergebnisse eintrudelten und um 19.15 Uhr das vorläufige Endergebnis für Lübeck feststand: 33 243 (19,94 Prozent) der 166 729 Stimmberechtigten Lübecks haben für die Wiedereinführung des gesetzlichen Feiertags gestimmt, 11 174 sprachen sich per Wahlzettel ausdrücklich dagegen aus. Insgesamt schritten 44 663 Lübecker und Lübeckerinnen zur Wahlurne, von denen allerdings 246 (0,55 Prozent) ungültige Stimmzettel abgaben.

157 Abstimmungsräume

Aufgrund der geringen Beteiligung mit rund 5000 Briefwählern im Vorfeld -bei Landtagswahlen sind es dreimal so viel - hatten die Organisatoren eine 20- bis 25-prozentige Wahlbeteiligung einkalkuliert. So gab es zwar, genau wie bei politischen Wahlen, 157 Abstimmungsräume, doch die mußten durch nur 87 Wahlvorstände betreut werden.

Das Ergebnis Lübecks spiegelt sich im Ergebnis des ganzen Landes wider: 29,3 Prozent der abstimmungsberechtigten Schleswig-Holsteiner packte die Chance zum Wählen beim Schopf, aber nur 19,9 Prozent, also knapp ein Fünftel, stimmte tatsächlich mit Ja. Ein Viertel wäre erforderlich gewesen, um die Initiative der evangelischen Kirche zum Erfolg zu führen.

Die Ansicht von Landesbischof Hans Christian Kluth, die geringe Beteiligung habe zum Scheitern des Volksentscheids geführt, sieht die für Wahlen zuständige Senatorin Dagmar Pohl-Laukamp etwas differenzierter: "Die Nein-Stimmen sind ein eindeutiges Votum. Aber auch die schweigende Mehrheit hat damit bekundet, daß sie keine

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