Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 26. Juni 2019

Ausgabe vom 11. Mai 1999

Neue Chance für Kurhaus-Hotel

Broström: Frist nicht genutzt - Neue Ausschreibung - Weitere Casino-Partys

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Das Kurhaus-Hotel wird neu ausgeschrieben. Daraus ergibt sich eine neue Chance für die städtebauliche Gestaltung des Ostseeheilbades; Foto: M. Erz

Lübeck ist erneut auf Investorensuche für das Kurhaus-Hotel. Erstmals soll jetzt über eine Ausschreibung versucht werden, einen Interessenten für das teilweise unter Denkmalschutz stehende Gebäude in Travemünde zu finden. Mit der neuen Ausschreibung wird die Möglichkeit eröffnet, durch Verlegung der Straße Am Kursaal eine optimale Bebauung des Grundstückes zu erzielen. Außerdem sollen die ursprünglich vorgegebenen städtebaulichen Voraussetzungen - Abriß des Kursaals und Schaffung eines Vier- bis Fünf-Sterne- Hotels - als Bedingung einfließen.

Der bisherige Interessent Anders Broström dagegen wollte den Kursaal teilweise stehen lassen und den Schwerpunkt seiner Aktivitäten auf Unterhaltung setzen. Doch der Schwede nutzte seine Chance nicht, bis zum 30. April die Bauplanungsunterlagen für das Kurhaus-Hotel vorzulegen. Dieses Datum hatte ihm die Stadt als letzte Frist gesetzt. "Damit sind wir nicht mehr an die Vereinbarungen mit Herrn Broström gebunden und können frei handeln", so Wirtschaftssenator Gerd Rischau. Die Ausschreibung durch die Grundstücksgesellschaft Kurhausbetriebe in Zusammenarbeit mit dem Bereich Stadtplanung solle unverzüglich erfolgen. "Eine neue Chance für Lübeck", so Bürgermeister Michael Bouteiller.

Die Initiative Pro Travemünde fordert eine europaweite Ausschreibung der Immobilie: Nicht nur mit möglichen Investoren reden, sondern per Ausschreibung Abschlüsse erzielen, sei das Ziel, so Christian Gomlich. Kurdirektor Uwe Kirchhoff begrüßt die neue Ausschreibung: "Dadurch kann jetzt der Philosophie des städtebaulichen Wettbewerbs Inneres Kurgebiet Folge geleistet werden".

Casino-Angebot wird erweitert

Die Immobilie wurde auch schon dem neuen Besitzer des Casinos, Horst Kayser, nahegelegt: "Nicht uninteressant, denn wenn im Casino ein größerer Kongreß stattfindet, hätte man hier ein gleich gut geführtes Haus als Übernachtungsalternative", so Horst Kayser. Doch zunächst wollen er und sein Sohn Lars sich voll auf das Casino konzentrieren, um hier die baurechtlichen Voraussetzungen für Verhandlungen mit möglichen Betreibern zu schaffen.

Bis zum voraussichtlichen Baubeginn Mitte September werden die Räume neben der Spielbank dennoch nicht leer stehen: Kayser hat den Vertrag mit Gert Lienau und Matthias Graf verlängert. Die Casino-Partys an den Wochenenden gehen weiter. Geplant sind außerdem Konzerte, Lesungen, Comedy, Musical-Abende und ein Beat-Club.

Auch der Garten lockt ab Donnerstag, 13. Mai, wieder mit neuen Gastronomieangeboten, Palmen und einem Wasserfall. Zum gesellschaftlichen Mittelpunkt Travemündes wollen die beiden Hamburger die "Cai Piranha Bar", ehemals Casino-Treff, machen: Ab Mittwoch, 12. Mai, gibt es hier neben diversen Cocktails zwölf Piranhas im Aquarium zu bewundern, die jeweils um Mitternacht gefüttert werden sollen.

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