Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 26. Juni 2019

Ausgabe vom 11. Mai 1999

Gefahr für Vögel

Brodtener Ufer: Gleitschirmfliegen verboten

Der Bereich Naturschutz weist darauf hin, daß Gleitschirmfliegen (Paragliding) am gesamten Brodtener Ufer streng verboten ist. Verstöße können als Straftat verfolgt werden. Hintergrund des Hinweises ist der Absturz eines 48jährigen Lübeckers in Höhe der Gaststätte "Hermannshöhe" Ende April.

Drachen- und Gleitschirmfliegen ist laut Luftfahrtgesetz nur von zugelassenen Start- und Landeplätzen erlaubt. Wer außerhalb dieser Plätze startet oder landet, kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit einer Geldstrafe belegt werden. In Lübeck gibt es keinen Flugplatz für Paraglider. Ein Antrag auf Zulassung eines Platzes am Brodtener Ufer wurde 1996 aus Naturschutzgründen und wegen der möglichen Gefährdung von Erholungssuchenden abgelehnt.

Neben der Gefährdung von Menschen durch mögliche Zusammenstöße und Abstürze sprechen auch Naturschutzgründe gegen das Gleitschirmfliegen. Das Brodtener Ufer beherbergt eine der bedeutendsten Uferschwalbenkolonien Mitteleuropas mit bis zu 2600 Röhren. Die Brutröhren befinden sich an den vegetationsfreien Steilufer- bereichen, die von Paraglidern besonders intensiv beflogen werden. Die Gleitschirme stören jedoch die nistenden Uferschwalben erheblich und halten die Vögel von ihrer Brut und vom Füttern ihrer Jungen ab. Bei wiederholten Störungen besteht die Gefahr, daß Bruten aufgegeben werden oder Jungvögel verhungern. Die untere Naturschutzbehörde bittet deshalb, Verstöße gegen das Gleitschirmverbot am Brodtener Ufer der Polizei zu melden.

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