Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 17. Juni 2019

Ausgabe vom 18. Mai 1999

Die Arbeit beginnt

Ostseeregion lockt Touristen mit Kulturgütern

"Die Aufgaben liegen auf dem Tisch, jetzt müssen sie abgearbeitet werden", zog Dr. Rainer Langosch vom Institut Raum & Energie eine Bilanz des ersten grenzüberschreitenden Kongresses HOLM, zu dem vergangene Woche rund 200 Gäste an die Trave gekommen waren. Langosch ist der Koordinator des Projektes "Kulturgüter für eine nachhaltige Tourismus-Entwicklung". Das Ziel dieses von der Europäischen Union (EU) geförderten Projektes ist, die Kulturgüter und den landschaftlichen Reichtum im Ostseeraum für den Tourismus sicht- und nutzbar zu machen, um so zu einer nachhaltigen, wirtschaftlich dynamischen Entwicklung der Städte und Regionen beizutragen.

In vier Arbeitsgruppen wurden während des zweitägigen Kongresses Strategien für das weitere Vorgehen in den nächsten Monaten entwickelt. Im Herbst sollen im schwedischen Växjö die ersten Ergebnisse dieses Prozesses präsentiert werden.

Die Arbeitsgruppe "Kulturgüter in der Ostseeraum-Perspektive" will bis zu diesem Zeitpunkt eine kulturelle und historische Identität der Region entwickelt haben. Beispiele dafür könnten die Hansezeit, das slawische Erbe, die Wikinger sowie die industrielle Kultur sein.

Ein neues Planungsverständnis soll die Arbeitsgruppe "Kultur, Tourismus und Stadt- beziehungsweise Regionalentwicklung" erarbeiten. Hintergrund ist das Chancen- und Konfliktpotential, das historische Zentren darstellen; den Chancen für den Tourismus und die Kultur stehen Konflikte durch die Interessen der Wirtschaft, des Städtebaus und des Denkmalschutzes gegenüber.

Die dritte Arbeitsgruppe will unter dem Titel "Nachhaltige Entwicklung im Tourismus" allgemein verbindliche Richtlinien für die Tourismusentwicklung erarbeiten, während sich die vierte Gruppe mit der Vermarktung und dem Image der Region beschäftigt. HOLM sei als Begriff ungeeignet für die Vermarktung, weil sich darunter niemand etwas vorstellen könne, wurde bereits während des Kongresses erklärt. Vorstellbar sei eher ein Slogan wie "Die Ostseeregion - Natur, Kultur, Geschichte".

In der Arbeitsgemeinschaft HOLM sind die Städte Lübeck, Schwerin und Wismar sowie die Kreise Ostholstein und Nordwestmecklenburg zusammengeschlossen. Gemeinsam mit den schwedischen Städten Kalmar, Karlskrona und Växjö sowie der norwegischen Region Ostfold hat HOLM das Projekt "Kulturgüter für eine nachhaltige Tourismus-Entwicklung" aus der Taufe gehoben.

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de