Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 22. September 2019

Ausgabe vom 18. Mai 1999

Masken erwachten zum Leben

IGS Buntekuh präsentierte die Ergebnisse ihrer Jugendprojektwoche

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Angelika Birk betätigte sich als Zeiger der Sonnenuhr auf dem Schulhof. Kleines Foto: Wahre Charakterköpfe entstanden beim Maskenbau; Fotos: C. Przywara

"Die Woche war zu kurz." "Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist." "Wir wundern uns, was wir alles können." Hildegard Lüder hatte sich eine Reihe von Schülerzitaten herausgepickt, die während der Projektwoche mit rund 100 Siebtkläßlern und sechs Künstlern gefallen waren. Die Leiterin der IGS (Integrierte Gesamtschule) Buntekuh betonte außerdem, wie wichtig es für die Jugendlichen gewesen sei, mit freischaffenden Künstlern, die "nicht in Schulzwängen stecken", zu arbeiten. "Die Schule ist keine Insel" wurde sie durch Angelika Birk, Ministerin für Frauen und Jugend, bestärkt, die ebenfalls zur Eröffnung der Präsentation am Dienstag abend sprach.

Auf der Bühne in der Aula zeigte die Gruppe rund um die Malerin Astrid Keimer Masken, die sie aus Papier und Kleister gefertigt hatte. Die Schüler beseelten die bunten, phantasievollen Köpfe, indem sie gesten- und bewegungsreich den Charakter ihrer Schöpfungen hervorhoben.

In der Turnhalle führte die Mädchengruppe - überwiegend bauchnabelfrei - zu türkischer Popmusik einen der Tänze auf, den sie mit Tänzerin Mari-José Valero eingeübt hatte. Den Siebtkläßlerinnen war der Spaß an der Sache deutlich anzusehen, auch wenn es gegen Ende der Vorführung ein wenig mit dem synchronen Bewegungsablauf haperte.

Im Schulhof betätigte sich derweil Angelika Birk als Zeiger der Bodensonnenuhr, die seit der Projektwoche in das Pflaster eingelassen ist. Designer Michael Timmermann hatte mit seiner Gruppe Bodenplatten aus Kupfer mit Hammer und Meißel bearbeitet, farblich gestaltet und mit den Monatsnamen versehen: Denn nur, wer auf dem richtigen Monat steht, kann bei Sonnenschein die Tageszeit auf den Sandsteinen ablesen, die Bildhauerin Traute Ohlenbusch mit ihrer Gruppe zu Stundenmarkierungen verarbeitet hatte.

Auch wacht neuerdings ein mehrere Meter langes Ungetüm über das Wohl und Wehe der Kinder auf dem Schulhof - Schrecken verbreiten wird es allerdings wohl kaum, denn es ist doch recht hölzern und zeigt freundlich grinsend zwei große Hasenzähne. Bildhauer Walter Green hatte mit Genehmigung des Bereichs Stadtwald einen Baum gefällt, entrindet und zu einem Drachen verarbeitet.

Fotograf Achim Tsutsui brachte seinen Schülern die Grundlagen der Labortechnik bei. Sie knipsten die Werke ihrer Klassenkameraden, entwickelten die Schwarzweißfilme selbst und stellten die Bilder als Dokumentation dieser ereignisreichen Woche in der Pausenhalle aus.

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