Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 22. September 2019

Ausgabe vom 18. Mai 1999

Kontrollierte Lübecker Recyclinghöfe

St. Lorenz und Herrenwyk wurden nach Prüfung als Entsorgungsfachbetriebe anerkannt

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Karl-Heinz Krogmann (li.) berreichte an Andreas Fey im Beisein von Jürgen Held (Mitte) das berwachungszertifikat als Entsorgungsfachbetrieb; Foto: N. Löwe

Andreas Fey, Betriebsleiter der Gesellschaft für das Recycling Kontaminierter Industriebrachen mbH (GRKI), erhielt vergangenen Mittwoch aus den Händen des Niederlassungsleiters der DEKRA Automobile AG, Karl-Heinz Krogmann, das Überwachungszertifikat als Entsorgungsfachbetrieb für die Recyclinghöfe St. Lorenz und Herrenwyk. Vorangegangen war dieser Anerkennung eine eingehende Prüfung durch die
DEKRA, die unter anderem die Schulung der Mitarbeiter, die Einhaltung der Arbeitsschutzverordnungen, die Ausrüstung und das Arbeitsgerät sowie die Sammelbehälter und Entsorgungspartner unter die Lupe nahm.

Für die Hansestadt übernimmt die GRKI als beauftragter Dritter die Errichtung und den Betrieb der gesetzlich vorgeschriebenen Recyclinghöfe. Aufgabe der GRKI ist es, die Abfälle ordnungsgemäß und umweltgerecht einer Verwertung oder Beseitigung zuzuführen. Diese Tätigkeiten sind nunmehr auf den Recyclinghöfen Herrenwyk und St. Lorenz seit Anfang des Jahres nach dem Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz zertifiziert. Zweck dieses Gesetzes ist die Förderung der Kreislaufwirtschaft zur Schonung der natürlichen Ressourcen und die Sicherung der umweltverträglichen Beseitigung von Abfällen sowie deren Rückführung und Wiederverwendung als Rohstoffe. Damit unterzieht sich die GRKI gleichzeitig auch einer jährlichen Betriebskontrolle durch einen Fremdüberwacher.

"Die GRKI beweist durch die Anerkennung ihre Kompetenz als Entsorgungspartner der Stadt", gratuliert Jürgen Held, Technischer Direktor der Entsorgungsbetriebe Lübeck. Ziel sei es, durch das Angebot der Recyclinghöfe Hausmüll, Schad- oder Wertstoffe kostenlos zu entsorgen, den allgemeinen Hausmüll möglichst weitgehend von diesen oftmals umweltbelastenden Stoffen zu befreien. Und das Konzept scheint aufzugehen: Rund 70 000 Lübecker Bürgerinnen und Bürger nutzten 1998 das Angebot, für fünf Mark Bearbeitungsgebühr per PKW ihren Hausmüll bei den drei Recyclinghöfen St. Lorenz, Herrenwyk und Niemark zu entsorgen. Schadstoffe wie Asbest oder alte Batterien werden dabei sogar kostenlos entgegengenommen.

Insgesamt nahmen die zehn Mitarbeiter der Recyclinghöfe 1998 rund 7435 Tonnen Hausmüll von den lübschen Bewohnerinnen und Bewohnern entgegen. Dabei wird genau kontrolliert, ob es sich nicht um gewerblichen Müll handelt und ob er auch wirklich aus einem hanseatischen Haushalt stammt, denn "Jeder fremde Müll belastet das Portemonnaie der Lübecker", so Held. So ließ sich die Stadt 1998 die Entsorgung durch die Recyclinghöfe rund 2,5 Millionen Mark kosten, die teilweise durch die Müllgebühren finanziert werden.

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