Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 19. August 2019

Ausgabe vom 01. Juni 1999

Gleichaltrige sind glaubwürdiger

OzD: Ausstellung "Sucht im Alltag" - Aktion des Suchtpräventionsteam

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"Rund und rot ist ein Verbot" - so setzten fünf Schülerinnen der Klasse 7c nach Vorbild des Verbotsschildes (siehe Foto) das Thema der Ausstellung "Sucht im Alltag" um. Mit rund 40 Fotografien sowie Plakaten und Collagen stellen Schülerinnen und Schüler aller Altersklassen der Oberschule zum Dom (OzD) dar, wie ihnen im alltäglichen Leben Sucht nach Computer, Kaffee, Alkohol oder Nikotin begegnet.

Initiiert wurde diese Schüleraktion durch das "peer-to-peer-Team", dem Suchtpräventionsteam der OzD. 1997 wurde dieses Projekt von dem Bereich Schule und Sport und der Arbeiterwohlfahrt ins Leben gerufen. Es basiert darauf, daß Jugendliche Gleichaltrigen Informationen und Aufklärung glaubwürdiger vermitteln können als Erwachsene. Deshalb werden einzelne Jugendliche geschult und fortgebildet, damit sie ihr Wissen weitergeben können. Ziel des Projekts ist in erster Linie, daß die Jugendlichen spielerisch die Süchte des Alltag kennenlernen - und das Selbstbewußtsein zum klaren Nein-Sagen entwickeln.

Zehn Schülerinnen und Schüler sowie zwei Lehrer der OzD engagieren sich in ihrer Freizeit für dieses Projekt. Um den Bekanntheitsgrad zu steigern, rief das Team Anfang des Jahres alle Schülerinnen und Schüler auf, sich an der Ausstellung zu beteiligen. Der Kunstleistungskurs ergänzte die Fotos mit Plakaten zum Schwerpunkt Alkohol am Steuer und Reisesucht.

Weitere "peer-to-peer-Teams" sind an der Thomas-Mann-Schule, Ernestinen-Schule, Geschwister-Prenski-Schule und der IGS Buntekuh seit rund zwei Jahren und am Katharineum seit knapp sechs Wochen aktiv. "Wünschenswert wäre ein solches Projekt an allen Schulen, denn wir merken deutlich, daß Schüler Schülern eher glauben als uns", so Wolfgang Naujokat, Lehrer an der OzD. So sei zu bemerken, daß auch außerhalb der Schule das Thema Sucht diskutiert wird und Informationen vom Team abgefordert werden.

Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer anderer Schulen sind herzlich eingeladen, sich vor Ort über das Projekt und die Ausstellung zu informieren. Noch bis zum 1. Juli sind die Werke in der kleinen Kunsthalle der OzD zu sehen. Anmeldung für Klassen bei Wolfgang Naujokat unter der Rufnummer (0451) 122 85 51.

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