Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 23. April 2019

Ausgabe vom 01. Juni 1999

Expressionismus im Museum Behnhaus

Das Museum Behnhaus wurde zur Zeit von Direktor Carl Georg Heise gepriesen als führendes Haus für die internationale moderne Kunst. Heise hat sich in den 20er Jahren besonders intensiv für Edvard Munch und die Künstler des Expressionismus eingesetzt. Diese Sammlung fiel in wesentlichen Teilen 1937 der Aktion "Entartete Kunst" zum Opfer.

Expressionistische Kunst erfreut sich heute, im Gegensatz zur Zeit Heises, großer Beliebtheit. Nicht immer aber ahnt der Betrachter, daß sich hinter der strahlenden Farbigkeit des Aquarells und dem dynamischen Duktus der Zeichnung euphorische Aufbruchstimmung einerseits und tiefe Erschütterung sowie existenzielle Not andererseits verbergen.

Die neue Behnhaus-Ausstellung "Handzeichnungen, Aquarelle und Druckgraphik des Expressionismus" zeigt nun Blätter dieser graphischen Sammlung, die erhalten blieben, sowie Arbeiten, die nach dem Zweiten Weltkrieg erworben werden konnten. Sie bietet 50 Werke, darunter sind Arbeiten von Emil Nolde, Edvard Munch, Karl Schmitt-Rottluff, Erich Heckel, Ernst Barlach, Oskar Kokoschka, Franz Marc und Max Beckmann - daneben ebenfalls sehenswerte Blätter von weniger bekannten Künstlern.

Die Ausstellung dokumentiert nicht nur eine entscheidende Phase der Kunst des frühen 20. Jahrhunderts, sondern belegt auch einen Teil der Sammlungsgeschichte des Museums Behnhaus. Wegen ihrer Lichtempfindlichkeit können diese Blätter nur selten gezeigt werden. Das Behnhaus öffnet noch bis zum 27. Juni seine Schränke, um die Kostbarkeiten zu zeigen (dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr).

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