Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 21. August 2019

Ausgabe vom 01. Juni 1999

Kulturporträt

Viele Impulse

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Prof. Michael Goden; Foto: Privat

Theater-Ausstattungschef Prof. Michael Goden

Michael Goden aus Oberschlesien wuchs in Berlin in einem künstlerisch orientierten Elternhaus auf. Der Dreizehnjährige hatte die entscheidende Begegnung mit dem Theater:Nach dem Besuch einer "Zar und Zimmermann"-Aufführung baute er zu Hause das Bühnenbild aus dem Gedächtnis genau nach. Das Studium in der Fachklasse der Hochschule der Künste war die logische Konsequenz - und sein Professor Willi Schmidt der Maßstäbe setzende Lehrer. Die Praxis bestand zunächst in der Ausstattung kleiner, dann großer Fernsehspiele. Doch das Theater blieb für Michael Goden das wahre Ziel. Und als er 1964 nach Darmstadt verpflichtet wurde, kam gleich in der ersten Saison die Bewährungsprobe mit zehn eigenständig gestalteten Inszenierungen.

Arbeit hat Michael Goden nie geschreckt. Dazu war und ist sein Metier viel zu interessant. Die Begegnung mit wichtigen Regisseuren in Hessen setzte sich später in Norddeutschland fort. 1971 bewarb er sich bei Karl Vibach - und blieb in Lübeck. Seit einem Vierteljahrhundert wirkt er hier als Ausstattungsleiter, entwarf jeweils zwanzig Produktionen in Schauspiel und Oper mit den Regisseuren Micha-el Schlüter-Padberg, Werner Malzacher und Michael Rothacker. Die Qualität seiner Arbeit blieb nicht verborgen:1981 erhielt er einen Lehrauftrag an der Uni Hamburg, später kam der an der Hochschule der Künste hinzu, die Hansestadt Hamburg ernannte ihn zum Professor. Und internationale Opern-Koproduktionen mit August Everding als Regisseur brachten jüngst Erfolge von London bis Warschau.

Das Musiktheater hat die Oberhand gewonnen:Verdis "Falstaff" ist jetzt die 269. Produktion, die Michael Goden betreute. Längst ist Lübecks Theaterfreunden seine Handschrift vertraut, sind seine Impulse und seine Kenntnisse als dienstältestes Leitungsmitglied an der Beckergrube unentbehrlich geworden. Und ohne sein Engagement für den Architekten Martin Dülfer wäre unser Theater nicht wieder in dem Jugendstil saniert worden, in dem Lübeck europaweit ein einzigartiges Schmuckstück hat.Güz

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