Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 24. Oktober 2017

Ausgabe vom 02. März 2010

Herreninsel unter Beschuss

Autor: Karl-Heinz Haase

Bündnis 90 / Die Grünen

Auf der Herreninsel haben sich Familien mit begrenzten Mitteln ein naturnahes Zuhause geschaffen. Man lebte dort bis 2008 in Frieden. Dann aber kamen ehrgeizige Mitarbeiter der Hansestadt auf die Idee, dass der Fortbestand der Siedlung mit dem Ausbau (Nachtbetrieb) des Lübecker Hafens unvereinbar sei. Der Abriss sei daher unumgänglich. Wir aber konnten die Stadtverwaltung eines besseren belehren. Das Bundesverwaltungsgericht hatte nämlich verbindlich geurteilt, dass Hafenbetrieb und Wohnbebauung sehr wohl vereinbar sind. Unter einer Bedingung: Die Häuser müssen hinreichenden Schallschutz bieten. Inzwischen wurde die Schall-Isolierung der Inselbauten fachlich überprüft. Ergebnis: Nur wenige der Häuser müssen "nachgerüstet" werden. Und das wird nicht einmal teuer. Danach besteht ein Zustand beiderseitiger Sicherheit. Die Hafenbetreiber sind beim Ausbau rechtlich abgesichert. Klagen von Anwohnern sind nicht mehr möglich. (Hatten die ohnehin nicht vor, weil der Lärmpegel des Container-Terminals weit unter dem liegt, was sie in der Vergangenheit zu ertragen hatten.) Die Insulaner könnten entspannt in die Zukunft blicken, weil es nun keinen Grund mehr gibt, sie zu vertreiben. Könnten. Wenn sich die Verwaltung an politische Vorgaben halten würde. Stattdessen droht man den Insulanern mit sozial kalten, vierfachen Mieterhöhungen und fetten Erschließungskosten. Und dann sollen die Häuser nach dem Tod der Besitzer sofort abgerissen werden. Welch dunkles Spiel. Wir aber spielen da nicht mit! Ganz sicher.

V.i.S.d.P.: Heidi Näpflein

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