Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 23. April 2019

Ausgabe vom 27. Juli 1999

Lübeck als Bach-Stadt

Im Jahr 2000: Kantaten, Orgelwerke, Oratorien, Symposien, Ausstellung

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Bach meets Buxtehude (li.): Prfung des Lbecker Orgelmeisters; Foto: Privat

Lübeck ist neuerdings in den Rang einer "Bach-Stadt" erhoben, erklärte Kulturbereichs-Leiterin Dr. Ada Kadelbach bei der Vorstellung, was die Hansestadt zum 250. Todesjahr Johann Sebastian Bachs beisteuert. Das "Bach-Jahr 2000" an der Trave kann sich sehen, vor allem aber hören lassen. Unter Federführung des Kultur-Dezernats ist in zweijähriger Arbeit ein ungemein vielseitiges Programm entstanden, an dem sich viele Institutionen beteiligen.

Lübeck feiert den großen Komponisten, der Ende 1705 bis Anfang 1706 bei Dietrich Buxtehude an St. Marien hospitierte, an 365 Tagen. Den Hauptteil steuern die Kirchen mit 62 Sonn- und Festtags-Kantaten bei, vor allem die hauptamtlichen Kirchenmusiker - allerdings nicht nur in der Innenstadt - studieren sie mit ihren Chören, mit Solisten und Instrumentalisten ein, voran St. Jakobi (neun) und St. Aegidien (sechs). Das gesamte Orgelwerk erklingt in St. Marien, die h-moll-Messe im Dom, die Matthäuspassion in Jakobi. Auch Werke anderer Lübecker Komponisten (Tunder, Buxtehude, Kunzen und von Königslöw) werden zu Gehör gebracht, etwa vier Abendmusiken in St. Marien.

Die Musikhochschule gedenkt des Meisters mit einem pädagogischen Projekt "Wege zu Bach" und stellt das Brahms-Festival (30. April bis 7. Mai) unter das Motto "Hommage an Bach". In diesem Rahmen wird es auch ein internationales Symposium "Bach, Lübeck und die norddeutsche Musiktradition" (27. bis 30. April) geben, das sich zum Ziel gesetzt hat, Bachs musikalische Erfahrungen während seiner Lübeck-Reise genauer zu erfassen - drei begleitende Konzerte mit hochkarätigen Interpreten wie den Cantus Cölln werden das akustisch unterlegen.

Mit dem Titel "Bach aus allen Fugen" wird es beim Schleswig-Holstein Musik Festival, das sich ebenfalls J.S.B. widmet, am Todestag (28. Juli) einen Schwerpunkt in Lübeck geben, an dem unter anderem "Die Kunst der Fuge" in St. Jakobi erklingt und die Bach-Nacht im Dom stattfindet.

Von besonderem Reiz wird ab dem 26. April die Ausstellung "Bach, Buxtehude und Lübeck - Eine folgenreiche Begegnung" im Behnhaus sein.Zum einen beteiligt sich die Stadtbibliothek mit wertvollen Noten und Textbüchern (darunter Archivalien, die erst vor kurzem wieder Lübeck zurückgegeben wurden) daran, zum anderen weckt das Museum für Kunst und Kulturgeschichte mehr als ein Dutzend seiner 130 historischen Musikinstrumente aus ihrem Dornrös-chenschlaf: Darunter sind eine von Franz Tunder angeschaffte Viola und ein von Buxtehude ebenfalls für die Marienkirche erworbener Großbaß-Pommer aus dem 17. Jahrhundert - ein weitgehend unbekannter Teil des Weltkultur-erbes Lübeck wird aufgearbeitet und in einem Katalog dokumentiert.Güz

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