Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 18. August 2019

Ausgabe vom 03. August 1999

Angriff mit Nadel überflüssig

Neues Gerät zur Alkoholkontrolle - Gerichtsverwertbare Werte

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Praxistest: Oberamtsanwalt Sohnrey pustet ins neue Gert; Foto: M. Langentepe

Lübecks Polizei geht neue Wege bei der Alkoholkontrolle. Seit vergangener Woche setzt sie zwei Meßgeräte ein, die gerichtsverwertbare Ergebnisse liefern. Das Gerät, entwickelt und produziert von Dräger, heißt denn auch so: "Alcotest 7110 Evidential".

Lübecks Polizeichef Heiko Hüttmann erklärte bei der Vorstellung des Geräts den Richtern und Staatsanwälten sowie Vertretern der Hansestadt Lübeck als Ordnungsbehörde, daß der Alcotest 7110 Evidential "für den Delinquenten eine Erleichterung bedeutet. Der Angriff mit der Nadel muß nicht mehr sein." Denn die bisher notwendige Blut-entnahme zur Bestimmung des Promillewertes kann entfallen.

Die Alkoholkontrolle der Polizei wird auch zukünftig so ablaufen, wie der Autofahrer sie kennt:Bei Verdacht auf Alkoholgenuß muß er in ein herkömmliches Handmeßgerät pusten. Zeigen sich auffällige Werte, wird er zum Polizeirevier 4 oder 3 gefahren, wo die beiden neuen Meßgeräte stehen. Speziell geschulte Polizeibeamte bedienen das Gerät, in das der Autofahrer zweimal pusten muß. Das Gerät ermittelt den Grad der Trunkenheit durch zwei voneinander unabhängige Meßverfahren, erklärte Dr. Johannes Lagois von Dräger. Nur wenn die Ergebnisse beider Meßsysteme innerhalb sehr enger Grenzen übereinstimmen, wird die Messung akzeptiert.

Die Geräte können im Bereich von 0,5 bis 1,09 Promille eingesetzt werden. Aus gesetzlichen, nicht technischen, Gründen ist bei höheren Werten wie bisher die rund 300 Mark teure Blutprobe nötig.

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