Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 23. April 2019

Ausgabe vom 03. August 1999

Editorial

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Wenn junge Leute nach ihren Berufsabsichten gefragt werden, rangiert der Wunsch, Journalistin oder Journalist zu werden, oft weit oben. Ein Traumberuf? Die Diskussion über den Ruf unserer Zunft wollen wir an dieser Stelle besser nicht führen. Schlechte und unmotivierte Lehrer gibt es auch, doch ihr Ansehen ist hoch . . .

Betrachten wir lieber die angenehmen Seiten des Jobs. Er hat einen entscheidenden Vorteil: Man erlebt jeden Tag Neues und trifft mit vielen Menschen zusammen, von denen man wiederum lernt. Was eine Quarterpipe ist, wußte der SZ-Autor des Artikels über die neue Skaterbahn vorher nicht. Ebenso erstaunt erfuhr ein weiteres Redaktionsmitglied, daß Juristen ein anderes Zeitgefühl haben als normale Menschen: Seit Jahres-anfang wird das neue Alkohol-Testgerät der Firma Dräger in Deutschland eingesetzt. Angesichts dieser Zeitspanne müsse es doch Erfahrungen darüber geben, ob die Meßergebnisse in Grenzfällen vor Gericht Bestand hätten, meinte ein Journalist naiv ob der hartnäckigen Fragen von Richtern und Staatsanwälten, wie genau denn nun das Meßgerät sei, das vergangene Woche von Dräger und Lübecker Polizei vorgestellt wurde. Der Journalist erntete nur spöttisches Gelächter. Sieben Monate, so wurde ihm erklärt, ist für die Juristerei nur eine Momentaufnahme. Wie schön, daß man als Medienmensch meistens aktuell berichtet. Denn wer will heute noch wissen, was sieben Monate vorher war?Ihre SZ-Redaktion

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