Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 20. August 2019

Ausgabe vom 03. August 1999

Mächtig Fun mit Spine und Kink

Neue Inlineskaterbahn an Kanalstraße: "Jugendliche total begeistert"

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Noch stehen Leihrampen auf der neuen Skateranlage. Ende August kommen Spine, Kink und Co; Foto: R. Schott

Mit enormen Tempo schießt Ingo die Rampe hinauf, dreht sich mit seinem Skateboard einmal um die eigene Achse und schießt wieder herunter. So wie Ingo bevölkern an diesem späten Nachmittag in der vergangenen Woche rund 40 weitere Jungs die neue Inline- und Skateranlage an der Kanalstraße. "Die Jugendlichen sind total begeistert", freut sich Kord Wichmann. Als Mitarbeiter des Jugend- und Stadtteilzentrums Burgtor hat er die Entstehungsgeschichte der Anlage von Anfang an begleitet.

Es ist eine Erfolgsstory. Aber auch ein gutes Beispiel für eine gelungene Kooperation von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Vor etwa vier Jahren begannen im Burgtor erste Versuche, die Skater zu "organisieren" und deren Freizeitaktivität in etwas geordnetere Bahnen zu lenken. Mangels Alternative nutzten die Jugendlichen öffentliche Plätze, was teilweise zu Konflikten führte. In Gesprächen mit der Polizei und der MuK - vor der Messehalle kann man prima skaten - wurde nach Lösungen gesucht. Schließlich zimmerten sich die Jugendlichen im Burgtor die ersten Rampen selbst zusammen, die dann im Drägerpark aufgestellt wurden. Sponsoren unterstützten sie dabei.

Nicht DIN-gerecht

Die Rampen hatten die Jugendlichen zwar nach Vorlagen gebaut. Sie entsprachen jedoch nicht den DIN-Normen und mußten wieder demontiert werden. Ein Tiefschlag für die Skater. Doch der unabhängige Lübecker Jugendrat, nach einer Sitzung beim Bürgermeister ins Leben gerufen, verfolgte das Projekt vehement weiter, so Wichmann.

Am 22. Mai diesen Jahres war es dann soweit: Fast 40 Jugendliche im Alter von 12 bis 20 Jahren trafen sich auf dem Grundstück an der Kanalstraße, um die Anlage zu planen. Unter der Moderation von Heiner Ahnemann entwickelten die Skater und einige Inliner ihre Vorstellungen, die dann mit den Experten von Rampenherstellern und vom Bereich Stadtgrün, Ralf Schott, abgestimmt wurden. Letzterer sorgte auch dafür, daß zunächst eine Leihrampe aufgestellt wurde, so daß schon jetzt auf dem Platz geskatet werden kann.

Die Pyramidenkombination mit Curb, Quarterpipes, Bank, Spine und Kink-Rail (alles spezielle Rampen, die Skater als auch Inliner benutzen können), werden Ende August geliefert und montiert. Alle Geräte wurden in Absprache mit den Jugendlichen bestellt, nachdem diese eine Rangliste aufgestellt hatten. Finanziell unterstützt wurde das erfolgreiche Projekt unter der Federführung des Bereichs Jugendarbeit durch die Possehl-Stiftung, die 25 000 Mark spendierte.

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