Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 20. April 2019

Ausgabe vom 03. August 1999

Fahren ohne gültigen Fahrausweis

In den letzten vier Wochen häuften sich Eingaben, in denen Bürgerinnen und Bürger - meistens für ihre Kinder- mitteilten, daß man sie oder ihre Kinder ohne gültige Fahrausweise, das bedeutet auch ohne abgestempelten Fahrausweis, in den Bussen der Stadtwerke angetroffen hat. Das führte regelmäßig dazu, daß ein erhöhtes Beförderungsentgelt gefordert wurde.

Die Einsenderinnen und Einsender führen meistens aus, daß sie zwar einen Fahrausweis in der Tasche haben - was auch zutrifft -, jedoch vergaßen, ihn abstempeln zu lassen oder sie schildern, daß sie ihre Zeitkarte zu Hause gehabt hätten. Es soll nicht bestritten werden, daß diese Angaben richtig sind, dennoch können die Stadtwerke darauf nicht eingehen und ich bin auch der Meinung, sie können zu Recht darauf nicht eingehen.

Es ist unbestritten so, daß man vergessen kann, eine Karte abstempeln zu lassen und es ist durchaus möglich, daß man seine Zeitkarte zu Hause vergißt. Da ist es im Einzelfall bedauerlich, wenn man dann "zur Kasse gebeten wird". Dennoch sollte sich der oder die Betroffene ein wenig vom Einzelfall lösen.

Das sogenannte "Schwarzfahren" nimmt zu und die Gründe, die vorgetragen werden, liegen immer in derselben Richtung. In einer solchen Situation bin ich der Auffassung, daß zur Vermeidung von Ungleichbehandlungen tatsächlich der Fahrgast die Folgen seiner Vergeßlichkeit tragen muß.

Wir können auch nicht gutheißen, daß das durch "Schwarzfahrer" geschuldete Fahrentgelt von denen aufgebracht werden muß, die ihre Fahr-ausweise ordnungsgemäß kaufen oder entwerten.

Es mag im Einzelfall ungerecht sein, wegen seiner Vergeßlichkeit zu einem erhöhten Beförderungsentgelt herangezogen zu werden, es ist aber auch ungerecht, die zahlenden Fahrgästen mit dem ausgefallenen Entgelt zu belasten.

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