Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 23. April 2019

Ausgabe vom 03. August 1999

Die SPD-Fraktion begrüßt die Einrichtung eines Grenzmuseums

SPD

Zum Haushalt 1999 hatten SPD- und CDU-Fraktion vereinbart, die Einrichtung eines Grenzmuseums in den Räumen des ehemaligen Schlutuper Zollgebäudes prüfen zu lassen.

Zur letzten Bürgerschaftssitzung wurde nunmehr ein Bericht vorgelegt, der Möglichkeiten aufzeigt, in vom Jugendtreff ungenutzten Teilen des Gebäudes eine Foto-Dokumentation auszustellen, die an diesem "historischen Ort" an die vierzigjährige Geschichte Lübecks als deutsch-deutsche Grenzstadt erinnern soll. Entsprechende Fotos sind reichlich vorhanden. Die Dokumentation soll gemeinsam mit den Schlutuper Jugendlichen erstellt werden.

Die Einrichtung eines Dokumentationszentrums ist nach unserer Auffassung richtig, weil auch die jüngste Vergangenheit, nicht nur das Weltkulturerbe, Teil unserer Geschichte ist. Der 9. November 1999 bietet zehn Jahre nach der Grenzöffnung die geeignete Gelegenheit, dieses bisher letzte abgeschlossene Kapitel deutscher Geschichte mit seinen Konsequenzen für Lübeck und die benachbarte Region darzustellen.

Es ist sicherlich nicht Aufgabe der Stadt, die komplexen gesamtgeschichtlichen Zusammenhänge darzustellen. Dafür gibt es andere Einrichtungen wie das Deutsche Museum in Berlin, mit denen man sich nicht messen muß. Ein kommunales Museum muß die Zusammenhänge aufzeigen, die für die Stadtgeschichte von Bedeutung sind. Insbesondere mit dem Burgkloster und der Geschichtswerkstatt wird der Auseinandersetzung mit Themen der Zeitgeschichte in Lübeck schon Rechnung getragen. Eine Dokumentation im ehemaligen Zollhaus kann dieses Angebot sinnvoll ergänzen. Besonders erfreulich ist die Bereitschaft des Jugendtreffs, an der Erarbeitung der Ausstellung mitzuarbeiten. So wird Geschichte vor allem für die Generation, die die deutsche Teilung nur noch aus den Geschichtsbüchern kennenlernen wird, erfahrbarer.

Die Resonanz auf die Einrichtung im ehemaligen Zollgebäude wird zeigen, ob die Art und der Umfang der Ausstellung erweitert werden sollten. Die Abgelegenheit des Standortes ist sicherlich ein Problem. Durch eine Zusammenarbeit mit dem Kreis Nordwestmecklenburg könnten sich jedoch Ansatzpunkte für eine bessere Präsentation ergeben. Doch das ist noch abzuwarten.

Übrigens: Am 28. August wird der Jugendtreff eingeweiht!

V.i.S.d.P.: Gabriele Hiller-Ohm

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