Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 19. November 2018

Ausgabe vom 14. September 1999

Y2K-Problem: Selters statt Sekt

Feuerwehr und Rettungsorganisationen auf Jahreswechsel vorbereitet

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In der Einsatzleitzentrale der Lübecker Hauptfeuerwache behalten die Mitarbeiter auch in der Silvesternacht zum Jahr 2000 den berblick; Foto: M. Lohse

Die Vorbereitungen für den Jahrtausendwechsel sind in der Hansestadt Lübeck im wesentlichen abgeschlossen. Die Verwaltung hat sämtliche Computer überprüft, die Stadtwerke haben alle kritischen Punkte analysiert. Garantieren kann zum jetzigen Zeitpunkt dennoch niemand, daß alles glatt läuft. Die Berufsfeuerwehr Lübeck hat sich als untere Katastrophenschutzbehörde umfassend auf alle möglichen Kriseneinsätze vorbereitet.

Seit Anfang des Jahres arbeiten die Frauen und Männer um den "Millenniumsbeauftragten" Lutz Hebel an entsprechenden Einsatzplänen. "Es besteht unserer Einschätzung nach absolut kein Grund zur Beunruhigung, aber wir haben dennoch besondere Vorsichtsmaßnahmen eingeleitet", erklärt Hebel, Leiter der Wache 2 und zuständig für die Katastrophenschutzplanung.

Unter der international gültigen Abkürzung für das Jahr-2000-Problem, Y2K (Year 2 Kilos), läuft die Planung bei der Feuerwehr. So werden die vier Wachen an der Bornhöved-, der Welsbach- und Elbingstraße sowie am Fischereihafen in Schlutup zum Jahreswechsel in voller Schichtstärke besetzt sein - rund 250 Kräfte. Darüber hinaus besetzen die Kameraden der 14 Freiwilligen Feuerwehren ausnahmslos die Gerätehäuser und halten sich in Einsatzbereitschaft. "Selters statt Sekt" lautet das Motto der insgesamt fast 500 Feuerwehrleute.

Doch nicht nur die bleiben während der Silvesternacht nüchtern: Der Technische Zug des Technischen Hilfswerks stellt 25 Helfer ab. Sämtliche in der Hansestadt Lübeck vorhandenen Rettungstransport- und Krankentransportwagen werden mit Beschäftigten von DRK, Johanniter Unfallhilfe und Arbeiter-Samariterbund besetzt. Ebenso sind Teile der Schnellen Einsatzgruppe Rettungsdienst in dieser Nacht im Dienst.

Darüber hinaus wird der Betreuungszug des DRK mobilisiert, der gemeinsam mit dem Malteser Hilfsdienst die Bevölkerung mit Zelten, Decken und Suppen versorgen könnte.

Mit dem Y2K-Problem direkt nichts zu tun haben die beiden Rettungsboote, die an der Untertrave stationiert werden. Da jedoch in der MuK die große Jahrtausendwendfeier steigt, sollen sie eventuell in den Fluß gefallene Partygäste herausfischen. "Das alles mag sich", beruhigt der stellvertretende Leiter der Lübecker Berufsfeuerwehr, Bernd Neumann, "ganz gewaltig anhören". Letztlich bereiteten aber schon normale Silvesterfeiern der Feuerwehr, den Rettungsdiensten und der Polizei viel Arbeit. Angesichts des besonderen Datumswechsels werde diesmal jedoch sicher besonders intensiv gefeiert.

Um den Einsatzkräften zu danken, plant die Feuerwehr, ein Neujahrsfrühstück auszurichten. Hebel und Neumann würden sich freuen, wenn Sponsoren Geld oder Sachmittel spenden würden: "Aber bitte nicht die Reste der Nacht".

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