Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 24. September 2018

Ausgabe vom 14. September 1999

Schulen in den Agenda-Prozeß einbeziehen

Ziel: Wandel des Bewußtseins und der Werte herbeiführen - Café BALI wird umstrukturiert

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Nachhaltige Entwicklung gilt als eine der großen politischen, ökonomischen, ökologischen und sozialen Herausforderungen für das 21. Jahrhundert. Die Konzeption, Förderung und Verankerung einer Bildung für nachhaltige Entwicklung wird politisch wie pädagogisch als eine der bedeutenden künftigen Aufgaben für das Bildungswesen definiert.

Bildung und Erziehung, öffentliche Bewußtseinsbildung und berufliche Ausbildung stehen mit fast allen Programmbereichen der Agenda 21 in Verbindung, so steht es im Kapitel 36 der Agenda, der sich unter anderem mit der Neuausrichtung der Bildung auf eine nachhaltige Entwicklung befaßt. Den Bildungsinstitutionen wird bei der Durchsetzung der Agenda eine grundlegende Bedeutung zugesprochen, nämlich die Herbeiführung eines Bewußtseins- beziehungsweise Wertewandels. Bedürfnisse und Lebensstil sollen in bezug auf eine nachhaltige Entwicklung abgeschätzt und eingelöst werden.

Das Projekt Lokale Agenda 21 möchte die Lübecker Schulen in die Umsetzung der Lokalen Agenda einbeziehen. Hierzu fand bereits eine Veranstaltung statt, die der ersten Information über die Agenda dienen und ein Brückenschlag zwischen Schule und Lokale Agenda 21 sein sollte. Eine weitere Veranstaltung ist im Herbst geplant, zu der der Initiator des Bremer Leitprojektes "Agenda-Schule" nach Lübeck kommen wird, um das nachahmenswerte Bremer Modell mit seinen Arbeitsstrukturen und Inhalten vorzustellen.

Die Einrichtung von Agenda-Beauftragten an 25 Bremer Schulen ist eine wichtige Brücke zwischen den Wünschen und Erwartungen zum Leitprojekt und der Bereitschaft der Schulen, diese Ideen aufzugreifen und umzusetzen.

Impulse und Ideen aus Bremen

Das Projekt Lokale Agenda 21 erhofft sich von dem Bremer Besuch Impulse und Ideen. Ließe sich in Lübeck ein ähnliches Netzwerk aufbauen? Welche Voraussetzungen sind da, welche müßten geschaffen werden? Zu der Veranstaltung werden alle Lehrerinnen und Lehrer noch schriftlich eingeladen.

Um den Schulen den Einstieg in die Agenda-Thematik zu erleichtern, bereitet das Projekt Lokale Agenda eine Unterrichtseinheit vor, die Lehrerinnen und Lehrern an die Hand gegeben werden soll. Das Unterrichtsmaterial wird nach Fertigstellung in einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt und kann dann im Agenda-Büro angefordert werden.

Prinzipien und Methoden, die in Zusammenhang mit der Agenda 21 von Bedeutung sind, wie beispielsweise projektorientiertes und fächerübergreifendes Arbeiten, Partizipation (=Beteiligung) oder das Lernen an außerschulischen Lernorten wurden dem Agenda-Büro bereits von einigen Lübecker Schulen als Agenda-Projekte gemeldet. Die Beispiele reichen von Energiespar-, Müllvermeidungs- bis hin zu Schulpartnerschaftsprojekten mit der Dritten Welt.

Das Projekt Lokale Agenda möchte auf der kommenden Veranstaltung für Schulen noch einmal das Angebot unterbreiten, diese Projekte ins Internet zu stellen - um sie auch anderen Schulen als Anregung zugänglich zu machen.

Eine weltweit offene, für jeden zugängliche Mailingliste hat das Agenda-Büro hierfür eingerichtet.

Als erste Bildungsinstitution ist das Berufsvorbereitungs- und Ausbildungs- zentrum Lübeck-Innenstadt (BALI) eine Kooperation mit dem Projekt Lokale Agenda 21 eingegangen. Gemeinsames Ziel ist es, ein nachhaltiges Bildungsangebot für die Jugendlichen zu schaffen und das Berufsvorbereitungs- und Ausbildungszentrum ressourcensparend und abfallvermeidend zu führen und bei den Einkäufen mehr und mehr auf ökologische, regionale und fair gehandelte Produkte zurückzugreifen.

Als erstes Beispiel des BALI soll das zugehörige Café im Schulgarten umstrukturiert werden. Die Jugendlichen werden in die Planung des zukünftig nachhaltig geführten Gastronomieprojektes einbezogen. Die Besucherin und der Besucher des im Stadtteil St.-Jürgen zum zentralen Treffpunkt gewordenen Cafés dürfen gespannt sein, was auf sie zukommen wird.

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