Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 11. Dezember 2018

Ausgabe vom 19. Oktober 1999

Kittner kommt

Kabarettist trägt "Lübecker Moritat" vor

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Der Kabarettist; Foto: Privat

Mit einem selten gespielten Sonderprogramm gastiert der bekannte Kabarettist Dietrich Kittner am Sonntag,

24. Oktober, 19 Uhr, im "Treibsand" in der Willy-Brandt-Allee. Kittner trägt die "Ballade über die allgemeine Unschuld im Lande (Lübecker Moritat)" vor, die sich in rund 90 Minuten mit der juristischen Aufarbeitung des Brandanschlages in der Lübecker Hafenstraße befaßt.

Zwerchfellerschütternd nehme der studierte Jurist Kittner die "abstruse Argumentation der Anklage zwischen bergauffließendem Benzin und weglaufenden Beweisstücken auseinander, um daraus mit akribischer Logik Schlußfolgerungen auf die Wurzeln des deutschen Chauvinismus zu ziehen", schreibt das Lübecker Bündnis gegen Rassismus als Veranstalter über den Kabarettabend. Im Anschluß wird der Journalist Andreas Juhnke aus Hamburg aus seinem Buch "Der Brandherd" lesen. Danach ist Gelegenheit zur Diskussion.

Seit bald 40 Jahren unaufhaltsam erfolgreich auf den Bühnen der Republik, beweist Dietrich Kittner immer wieder aufs neue, wie unerschöpflich sein Vorrat an kabarettistischem Zündstoff ist. Bisher gibt es von ihm 23 Programme - neben der "Ballade", mit dem der Kabarettist in Lübeck gastiert.

Die zahlreichen Preise und Ehrungen - Kittner hat zum Beispiel in diesem Jahr den Erich-Mühsam-Preis erhalten - haben Kittner genauso wenig zähmen können, wie das nun schon seit 20 Jahren andauernde Fernsehverbot. Laut "Bündnis gegen den Rassismus" ist Kittner "immer noch ein junger Wilder, allerdings mit der Erfahrung des Altmeisters." Wer den "Inhaber des anerkannt schlimmsten Schandmauls" nicht kenne, wisse nichts über das politische Kabarett in Deutschland.

So könne man gespannt sein, wie Kittner es in Lübeck schaffen wird, die juristische Aufarbeitung des Brand anschlages "spannend und unterhaltsam" zu präsentieren.

Karten gibt es im Vorverkauf bei "Wo anders", im Pressezentrum und im Musikhaus Robert. Die Karte kostet 15 Mark, ermäßigt acht.

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