Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 17. Juni 2019

Ausgabe vom 22. Dezember 1997

Ausfälle bei Steuern

Warum die Schulden der Hansestadt steigen

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Gewerbesteuer Nettoeinnahme pro Jahr (SZ-Grafik). Zackiger Verlauf der Gewerbesteuereinnahmen. Im kommenden Jahr fallen die Nettoeinnahmen wieder zurück

Lübecks städtische Schulden liegen derzeit bei rund 913 Millionen Mark. 40 Millionen Mark an Krediten hat die Hansestadt beispielsweise beim Bund aufgenommen, 146 Millionen beim Land, den Löwenanteil von 687 Millionen Mark aber auf dem freien Kreditmarkt.

Diese gewaltige Summe resultiert vor allem aus Investitionen, die vorgenommen wurden, um die Infrastruktur zu verbessern, darunter Hafenanlagen, Schulen, Kindergärten, Straßenbau, Flughafeneinrichtungen.

Der Grund dafür, daß Lübeck seine Investitionen nicht aus eigener Tasche zahlen kann, liegt in erster Linie an den geringer werdenden Einnahmen. So wird der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer, die größte Einnahmequelle der Hansestadt, in diesem Jahr nur auf 112 Millionen Mark beziffert. 1993 betrug er noch 126 Millionen Mark. Noch größer klafft die Lücke bei der Gewerbesteuer: 1993 kamen hier noch über 126 Millionen Mark netto in die Kasse. Für 1998 erwartet die Kämmerei wegen des Wegfalls der Gewerbekapitalsteuer in Höhe von rund 15 Millionen nur noch 95 Millionen Mark. Als Ausgleich bekommt Lübeck allerdings erstmals eine Summe von rund 15 Millionen Mark als Gemeindeanteil aus der Umsatzsteuer.

Noch ein Wort zum Vermögen der Stadt: Den Schulden von rund 913 Millionen Mark steht ein Vermögen von 1,9 Milliarden Mark gegenüber: Schulen, Gebäude, Forsten, Straßen Grundstücke und Einrichtungen aller Art.

Die Hansestadt ist somit eine ausgesprochen solvente Schuldnerin und bei den Banken eine ausgesprochene gern gesehene Kundin.

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