Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 17. Oktober 2017

Ausgabe vom 16. Februar 2010

Bildungsfonds hilft ganz praktisch

Unterstützung greift beim Schulessen, bei Förderungen und Arbeitsmaterialien

Anfang 2009 richteten sechs Lübecker Stiftungen, das Sozialministerium und die Hansestadt Lübeck den Bildungsfonds mit einem Etat von 1,5 Millionen Euro für die Jahre 2009 und 2010 ein.

Jetzt wurde ein erstes Fazit gezogen, und zwar ein ganz praktisches: Pädagogen der Dom-Schule berichteten von ihrem Projekt, bereits Vorschulkinder auf den Schulbeginn vorzubereiten. "Bei einigen Kindern gestaltet sich schon der Start in die Schule schwierig", berichtet Isolde Schreckenberger. In dem zwölfwöchigen Projekt wurden neun Vorschulkinder eine Stunde pro Woche betreut und geschaut, wo ihre Defizite liegen. "Hat ein Kind zum Beispiel auch noch mit sechs Jahren den Saug- oder Nackenreflex, ist es beim Lernen und Konzentrieren beeinträchtigt", so die Grundschullehrerin. Mit Hilfe von Ergotherapeuten und Logopäden wurden die Kleinen individuell gefördert, sodass sich zu Schulbeginn eine deutliche Verbesserung im Verhalten und der Lernfähigkeit der Kinder einstellte.

"Ein toller Erfolg!" lobt Schulsenatorin Annette Borns. Ihr liege der Bildungsfonds sehr am Herzen und es sei schön zu sehen, wie sich die Förderung praktisch auswirke. Ein "praktisches Beispiel" des Erfolges ist auch der achtjährige Tigram Pohosyan. Er konnte dank des Bildungsfonds an Landes- und Bundesmeisterschaften im Schachspielen teilnehmen - und belegt in der Landes-U10 den ersten Platz. Der Fonds ermöglichte, dass Tigram zu einem viertägigen Schach-Trainingslager im Harz reisen konnte. Tigrams erklärtes Ziel: "Ich will Großmeister werden!".

Jörg Geller vom Team des Bildungsfonds zeigt auf, wofür die Gelder gebraucht werden: "Zum überwiegenden Teil für Essenszuschüsse, aber auch für Klassenfahrten und Arbeitsmaterialien". Unterstützung erhalten bedürftige Familien, sie können Pädagogen in Schulen und Kindertagesstätten ansprechen, die ihnen dann bei den Anträgen behilflich sind. Informationen zum Bildungsfonds gibt es im Internet unter www.bildungsfonds-luebeck.de.

Beeindruckt von der Arbeit des Bildungsfonds zeigt sich auch Sven Vollersen, Filialleiter der Sparda-Bank Hamburg eG in Lübeck, und übergab für dessen Arbeit 12.500 Euro aus Überschüssen der Bank. Auch die Lübecker Tafel erhielt 3.000 Euro. "Die werden für die laufenden Kosten genutzt", sagt Ingrid Meier von der Tafel. msn

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