Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 26. Juni 2019

Ausgabe vom 22. Dezember 1997

Neues Spielhaus für die Kinder von Buntekuh

Jugendliche packen mit an * Kreativität und Phantasie gefragt * Einzug Ende April geplant

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Ganz nach den Bedürfnissen der Kinder gestaltet. Foto: C. Vogt-Müller

Zwischen Hochhäusern, Wohnblocks und Lärmschutzwällen in Buntekuh ducken sich zahlreiche kleine Holzhütten, urige Rundhäuschen mit Grasdach und Klettergerüste. Dazwischen leuchtet das helle Holz eines neuen Blockhauses, an dessen First die Richtkrone schaukelt. Die Kinder vom Bauspielplatz in Buntekuh, dem einzigen betreuten Abenteuerspielplatz Lübecks, bekommen ein neues Spielhaus.

Altes Spielhaus abgebrannt

Die beiden alten Spielhäuser waren im Juni 1996 abgebrannt. Brandstiftung stellte die Kripo fest, doch der oder die Täter konnten nie ermittelt werden. Mit der Versicherungssumme von rund 230 000 Mark wird jetzt der Neubau finanziert. 170 000 Mark kostet der Rohbau. Um Geld zu sparen, haben Jugendliche mitgeholfen und das Fundament ausgeschachtet. Das Fertigteilhaus kommt aus St. Petersburg und bietet eine Wohnfläche von 164 Quadratmetern im Erd- und Dachgeschoß. Das Blockhaus wird in traditioneller Bauweise aus geschälten und gehobelten Stämmen russischer Kiefern zusammengesetzt. Traditionell auch die Dämmung: Gegen Wind und Wärmeverlust werden die Balkenzwischenräume mit Hanf abgedichtet. In vier bis fünf Wochen soll der Rohbau stehen. Der Einzug ist für Ende April geplant. Das neue Spielhaus wird eingerichtet ganz nach den Bedürfnissen der Kinder. Im Erdgeschoß links des Einganges ist der Gruppenraum mit Küche geplant. Die Küche ist wichtig, gekocht wird häufig auf dem Bauspielplatz. Hier bekommen manche Kinder die einzige warme Mahlzeit am Tag. Gegenüber soll die Werkstatt liegen. Im Dachgeschoß wird es einen ruhigen Bereich für Hausaufgaben und Besprechungen geben. Peter Kauth, der als Sozialarbeiter vor fast 20 Jahren nach Lübeck kam, hat den 10 000 Quadratmeter großen Bauspielplatzes 1978 zusammen mit Eltern und Kindern aufgebaut. Er ist der Leiter des Spielplatzes. Bei der Betreuung der 70 bis 100 Kinder, die täglich kommen, wird er unterstützt von den ErzieherInnen Marlene Kuhrt und Ralf Kobarg und einer Praktikantin. Zu Peter Kauths pädagogischen Grundsätzen gehört: Der Spielplatz, die Aktionen und ihre Inhalte müssen sich zuerst nach den Bedürfnissen der Kinder richten. Der Platz steht allen Kindern offen. Doch es gibt Regeln im Zusammenleben, an die müssen sich alle halten.

Töpfern, malen, basteln

Beim Spiel sollen Kinder und Jugendliche Kreativität und Phantasie ausleben, Vertrauen zu sich entwickeln und Gemeinschaft und soziale Werte erfahren. Die Spielangebote sind vielfältig: Aus Holz können die jungen Spielplatzbesucher Häuser zimmern, aber auch aus Lehm, Stein oder Zweigen, daher der Name "Bauspielplatz". An einem festen Feuerplatz ist kokeln erlaubt. Töpfern, Malen, Basteln und sogar Nähen und das Flechten von Körben können die Kinder hier lernen. Angeboten werden auch Hilfe bei Hausaufgaben oder bei Problemen. Natur und Abenteuer pur können die Kids in den Ferien erleben, wenn es auf Kanutour, zum Bauernhof in Mecklenburg oder zum Camping geht.

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