Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 17. Juni 2019

Ausgabe vom 22. Dezember 1997

K 13: Nun gehtes ins Detail

Rund 20 000 Autos schieben sich täglich über die Nord-Süd-Achse Segeberger Straße durch Stockelsdorf - fast zehntausend sind es in der Ortslage Groß Steinrade. Ein Zustand, der vor allem für die Anwohner der betroffenen Gebiete unhaltbar geworden ist. Die Lösung könnte eine Entlastungsstraße bringen, eine westliche Verlängerung der Kieler Straße ab Ortseinfahrt Stockelsdorf (B 206/Bad Segeberg) um Groß Steinrade herum, die nordöstlich des Gewerbegebietes Roggenhorst auf die Schönböckener Straße trifft und dann den Verkehr weiter in Richtung Autobahnanschlußstelle Lübeck-Moisling (A 1) führt: Die K 13.

Starker Lärm befürchtet

Seit Dezember 1995 beschäftigt dieses Projekt die Bürger und das Amt für Verkehrsanlagen gleichermaßen, vor allem die Anwohner der Mühlenberg-Siedlung in der Ortslage Steinrade befürchten starke Lärmbeeinträchtigungen. Und: Viele der Kritiker sehen eine Gefährdung des südwestlich der geplanten K 13 liegenden Naherholungsgebietes Wüstenei.

In dieser Woche nun kamen rund 300 Interessierte zur dritten Bürgerversammlung - das Amt für Verkehrsanlagen hatte zwischenzeitlich aus den drei ursprünglich vorgestellten Varianten die nach Meinung der Fachleute sinnvollste Lösung als Diskussionsgrundlage mitgebracht - die Variante 2. Sie liegt zwischen den beiden anderen angedachten Trassenführungen - allerdings rund 50 Meter näher zur Mühlenberg-Siedlung. Der Grund: Die PreussenElektra fordert einen Sicherheitsabstand der teilweise parallel zur 110/380 kv-Leitung verlaufenden K 13 - was allerdings von den Gegnern der neuen Straße, der Bürgerinitiative Groß Steinrade, bestritten wurde. Ein Sprecher präsentierte ein Papier der PreussenElektra, in dem von einem Mindest-abstand zwischen Straße und Stromleitung keine Rede ist.

Noch einmal in die Feinplanung

Für den Chef des Amtes für Verkehrsanlagen, Friedrich Deistler und seinen Vertreter Klaus Franke, keine leichte Aufgabe an jenem Abend - unüberhörbar die Eigeninteressen der Pro- und Kontraparteien, dazu die technische Schwierigkeit, auch wirklich allen Interessierten die Planungen optisch und akustisch vorzustellen.

Noch einmal will das Fachdezernat des Bauamtes in die Feinplanung gehen, zu den Kritikpunkten gehören vor allem die Anbindungen der vorhandenen Wirtschaftswege an die neue K 13, die Frage, ob im Trassenverlauf der neuen Kreisstraße - dort, wo sie die Steinrader Hauptstraße kreuzt - ein Kreisel gebaut werden soll und die Frage des Sicherheitsabstandes zwischen Strom- und Straßentrasse. Der Vorwurf, die auf der K 13 in Richtung Autobahn ankommenden Fahrzeuge könnten überhaupt nicht zügig abfließen, entkräftete Deistler. Am A1-Anschluß Moisling wird es auch in Fahrtrichtung Hamburg eine Abfahrt geben - ohne störende Ampelphasen. Bis zum Jahr 2000 soll das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen sein, dann könnte mit der Realisierung der 3,5 Kilometer langen K 13 begonnen werden.

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de