Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 27. Juni 2019

Ausgabe vom 29. Februar 2000

A 20: Stadt versäumt Einwände - BürgerInnen handeln selbst

Von Klaus Buchin (Bündnis gegen die A 20)

CDU

Sämtliche rund 1000 EinwenderInnen - ob pro oder kontra A 20 - haben weiterhin die Möglichkeit, ihre Vorschläge, Bedenken oder Einwendungen vorzutragen. Der Vertreter der Landesregierung hat es abgelehnt, die weiteren Erörterungstermine öffentlich bekannt zu geben. Deshalb halten wir es für besonders wichtig, sie hier zu veröffentlichen.

Die Anhörungstermine

Von der Zusage der Landesregierung, das Verfahren A 20 transparent und offen zu gestalten, ist nichts zu spüren.

An folgenden Tagen finden im Sitzungssaal in der Gemeindevertretung Groß Grönau die Erörterungen zur A 20 statt: 8., 9., 14., 15., 16., 21., 22., 23., 28. und 30. März. Beginn ist jeweils um 9.30 Uhr, Ende gegen 18 Uhr. Auch die BürgerInnen, die bei einer Sammeleinwendung unterzeichnet haben, dürfen selbstverständlich ihre Einwände vortragen und ihre Betroffenheit zum Ausdruck bringen.

Das Ergebnis ist offen

Es ist bei weitem nicht so, daß es "mit uns ein Brückenbauwerk über die Wakenitz nicht geben wird" (Zitat von Herrn Bürgermeister Bouteiller). Diese Aussage ist in der "Stadtzeitung" vom 25. Januar im Bericht "Stadt will Tunnel unter Wakenitz" zu lesen; aber bereits am 21. Januar berichteten die "Lübecker Nachrichten", daß die Hansestadt Lübeck die Einspruchsfrist gegen den Bau dieser Brücke nicht eingehalten hat.

Im ersten Teil des Planfeststellungsverfahrens teilte der Verhandlungsleiter klar und deutlich mit: "Es ist alles offen!" - das heißt auch die Entscheidung über die Festlegung der A 20-Trasse in und um Lübeck. Es ist also nicht nur gelogen, sondern in hohem Grade auch irreführend, wenn seitens der Politik vor der Beendigung der Planfeststellungsverfahren in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern von einer endgültigen Festlegung der Trasse mit einem Tunnel unter der Wakenitz gesprochen wird.

Die geplante Zerschneidung der Landschaft mit den hohen Verlusten an landwirtschaftlich genutzten Flächen, die Aufgabe des bedeutendsten Naherholungsgebietes der Hansestadt, die Vertreibung der Menschen und die weitere Zerstörung des längsten Biotopverbundsystems Mitteleuropas - "Das Grüne Band" - darf uns und unseren Kindern nicht zugemutet werden.

V.i.S.d.P.
Hans-Jürgen Schubert

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