Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 11. Dezember 2018

Ausgabe vom 07. März 2000

Museum hat keine Chance

Modernes Dokumentationszentrum informiert über deutsche Teilung

1150203.gif
Das ehemalige Zollgebäude Schlutup Foto: N. Löwe

Kein Grenzmuseum, sondern ein Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) soll unter wissenschaftlicher Begleitung des Kulturforums Burgkloster und der Geschichtswerkstatt Herrenwyk im ehemaligen Zollgebäude neben dem Jugendtreff in Schlutup eingerichtet werden. Bereits im Juni des vergangenen Jahres nahm die Bürgerschaft einen entsprechenden Bericht zur Kenntnis. Nach Beendigung der Fotoausstellung zum zehnten Jahrestag der Grenz- öffnung, wird sich der Ausschuß für Kultur und Denkmalpflege in seiner nächsten Sitzung mit dem weiteren Verfahren beschäftigen.

Im DIZ soll die 40jährige deutsche Teilung erläutert werden. Außerdem sollen Jugendgruppen und Ausflügler Hinweise über alle grenzrelevanten Gedenkstätten der Region erhalten. Ferner sind Jugendprojekte in Zusammenarbeit mit dem Jugendtreff zu bestimmten Themenkomplexen angedacht.

Bereits im Bericht des Bereichs Kunst und Kultur vom Juni 1999 wurde deutlich, daß die Einrichtung eines Grenzmuseums wenig Chancen hat. Rund
30 Einrichtungen entlang der innerdeutschen Grenze beschäftigen sich inzwischen mit diesem Thema - interessante Exponate sind daher vielfach vergriffen. Auch die abgeschiedene Lage in Schlutup läßt nicht auf große Besucherzahlen hoffen - nur mit geringeren Einnahmen wird gerechnet.

Mit geschätzten 280 000 Mark inklusive Personalkosten würde ein Museum jährlich den städtischen Haushalt belasten. Hinzu käme, daß die Stadt 250 000 Mark an die Bundesvermögensanstalt zurückzahlen müßte. Dieser Preisnachlaß wurde ihr beim Kauf der Immobilie gewährt, unter der Maßgabe, es für Jugendzwecke zu nutzen.

Auch Dr. Helmut Sydow, Leiter des Museumsamtes in Schleswig-Holstein, hat in seinem Schreiben vom Mai vergangenen Jahres unter den geschilderten Voraussetzungen nur wenig Chancen für ein Grenzmuseum gesehen.

Inwischen sind sich die SPD- und die CDU-Fraktion einig: Das weitere Vorgehen, die Entwicklung und Umsetzung des Konzeptes DIZ soll in enger Zusammenarbeit zwischen dem Bereich Kunst und Kultur und dem Förderkreis Grenzmuseum Schlutup erfolgen.

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de