Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 23. April 2019

Ausgabe vom 14. März 2000

Die Altstadt als Zentrum stärken

ArchitekturForum diskutiert Entwicklung der lübschen Innenstadt

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Kuno Dannien, Nicola Petereit, Heino Gambradt, Horst Müller und Ulrich Gunkel bildeten eine Arbeitsgruppe (v. li.), die Klaus Petersen (re.) betreute; Foto: G. Ter Balk

Die Entwicklung der Altstadt beschäftigte kürzlich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Workshops, zu dem das ArchitekturForum Lübeck eingeladen hatte. Als Ergebnis dieser zweitägigen Veranstaltung formulierte das ArchitekturForum einige Forderungen zur Altstadtentwicklung. Unverzichtbar sei die Altstadt als lebendiges, vielfältiges, kommunikatives und öffentliches Zentrum. Deshalb müsse die Stärkung des Zentrums gezielt geplant und gefördert werden. Diese Stärkung sei Teil der Verantwortung für das Unesco-Weltkulturerbe und Teil der verantwortung "für die umfangreichen privaten und öffentlichen Mittel, die in die Stadtsanierung investiert wurden und werden."

Eine erfolgreiche Planungspolitik und -strategie sei ohne klare und konsequente Rahmenkonzepte für das gesamte Stadtbild und darüber hinaus nicht möglich. Dazu gehöre auch ein "klares Bekenntnis zur öffentlichen Verantwortung für die Altstadt; dies sei die entscheidende Voraussetzung für die Planungssicherheit privater Investoren. Nötig seien verbindliche Konzepte für alle urbanen Funktionen und Nutzungen: für Verkehr, Wohnen, Einzelhandel, Kultur und Freizeit.

Technische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen seien für die Stadtzentren - und damit auch für Lübecks Altstadt - zu "Bedrohungen und Herausforderungen" geworden, die Veränderungsdruck mit sich bringen würden. In der lübschen Altstadt hätten sich in der 850jährigen Geschichte immer wieder Veränderungen vollzogen - das heißt, sie ist diesen Veränderungen und neuen Herausforderungen gewachsen. Sie biete ausreichend Potentiale, deren Nutzung ohne Schaden für das Stadtdenkmal möglich sei.

Das ArchitekturForum hatte während des Workshops in Arbeitsgruppen Bebauungsmodelle entwickelt. So wurde beispielsweise vorgeschlagen, die Binnenhöfe wie Wehde-, Post oder Haerderhof zu überbauen, um dadurch auf ein großes Einkaufszentrum, wie es die Firma ECE beim Holstentor plant (siehe oben), verzichten zu können. Ein großes Zentrum bringe keine zusätzlichen Kunden, sondern werde lediglich Kundschaft vom vorhanden Einzelhandel abziehen, argumentiert das ArchitekturForum.

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